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Vic Valentina
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Novels by Vic Valentina

Was ich mir wert bin

Was ich mir wert bin

Michelle hat sich nie für besonders gehalten – bis Paul, ihre Jugendliebe aus Kindertagen, plötzlich wieder in ihr Leben tritt und sie mit einer Aufmerksamkeit überschüttet, von der sie nie zu träumen gewagt hätte. Wenige Wochen später steht sie vor dem Traualtar, das Herz randvoll mit Hoffnung auf das große Glück. Doch kaum sind die Ringe getauscht, zerbricht die Illusion: Pauls Antrag war kalkuliert – eine Ehe nur auf dem Papier, um sein Familienerbe zu sichern. Kein Gefühl, keine Nähe. Nur ein goldener Käfig. Doch Michelle lässt sich nicht brechen. Mit ihrer neu gewonnenen Freiheit beginnt sie, sich selbst neu zu erfinden – und gerät dabei in einen Strudel aus Begehren, Eifersucht und unerwarteten Gefühlen, der alles auf den Kopf stellt, was sie über Liebe und sich selbst zu wissen glaubte. Wie weit würdest du gehen, um endlich die Liebe zu finden, die du wirklich verdienst?
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Chapter: Kapitel 25 – Michelle
Die Werkstatt lag am Stadtrand, in einer ehemaligen Lagerhalle, die nach frisch gesägtem Holz, Leinöl und ein bisschen nach Kaffee roch, der schon seit Stunden auf einer Herdplatte stand. Eine befreundete Floristin hatte mir den Tipp gegeben – "Wenn du etwas wirklich Besonderes für die Hochzeit im Juni brauchst, geh zu Finn. Der Mann baut Dinge, die aussehen, als hätte der Wald sie selbst erschaffen." Ich fand ihn zwischen Sägespänen und halb fertigen Holzbögen, in einem ausgeleierten Flanellhemd, die Ärmel hochgekrempelt, mit Sägemehl in den Haaren, das er offensichtlich nicht bemerkte, während er konzentriert über ein Stück Eichenholz gebeugt stand, das er mit einer Sorgfalt schliff, die mich für einen Moment einfach in der Tür stehen bleiben ließ, um zuzusehen. "Sie sind bestimmt Michelle." Er richtete sich auf, wischte sich die Hände an einem Lappen ab, der vermutlich seinerseits eine Wäsche gebraucht hätte, und grinste, breit, ungeschminkt, ohne jede einstudierte Eleganz. "Bea
Last Updated: 2026-06-30
Chapter: Kapitel 23 – Michelle
Wir trafen uns von da an zweimal pro Woche, dienstags und freitags, immer in Vivians Büro – ein Raum, der so aufgeräumt war, dass ich mich beim ersten Besuch fragte, ob überhaupt jemand dort wirklich arbeitete, bis ich begriff, dass genau diese kontrollierte Klarheit ihr Markenzeichen war, auch in der Art, wie sie dachte. Die erste Sitzung drehte sich, zu meiner Überraschung, nicht um Verträge oder Verhandlungstechnik, sondern um meinen Kleiderschrank. Vivian ließ mich drei verschiedene Outfits mitbringen und zerlegte jedes davon mit einer chirurgischen Genauigkeit, die mir gleichzeitig die Schamesröte ins Gesicht trieb und mich faszinierte. "Dieses Kleid sagt 'Ich hoffe, ich gefalle Ihnen'", sagte sie über mein liebstes Sommerkleid, mit einem Tonfall, der keine Grausamkeit enthielt, nur Präzision. "Wir wollen, dass Ihre Kleidung sagt: 'Ich bin bereits hier angekommen, ob es Ihnen gefällt oder nicht.' Das ist ein Unterschied, den die Leute in diesen Kreisen unterbewusst sofort regist
Last Updated: 2026-06-30
Chapter: Kapitel 24 – Paul
Die Euphorie der ersten Wochen hatte sich, ohne dass ich genau hätte sagen können, wann es passiert war, in etwas Stumpferes verwandelt. Die Partys waren noch genauso laut, der Champagner noch genauso kalt, die Frauen noch genauso unkompliziert und folgenlos – aber irgendwo zwischen dem dritten und dem vierten identischen Abend hatte ich angefangen, die Stunden bis zum nächsten Termin zu zählen, nur um etwas zu haben, das sich nach Substanz anfühlte. Mein Geschäft lief weiterhin gut. Ich hatte einen vierten Kunden gewonnen, eine Versicherungsgesellschaft, die meine kühle, distanzierte Analyse ihrer maroden Abteilungsstruktur mit einer Dankbarkeit aufnahm, die mir noch vor wenigen Monaten geschmeichelt hätte. Jetzt registrierte ich es nur, wie eine weitere Zeile in einer Liste, die sich von selbst zu füllen schien, ohne dass ich noch wirklich etwas dabei empfand. --- Markus rief mich an einem Donnerstagnachmittag an, beiläufig, wie er es ab und zu tat, um über nichts Bestimmtes zu r
Last Updated: 2026-06-30
Chapter: Kapitel 22 – Michelle
Das Branchentreffen fand in einer ehemaligen Lagerhalle statt, die irgendein kreativer Kopf in einen Veranstaltungsort mit freiliegenden Backsteinwänden und unverschämt teuren Champagnergläsern verwandelt hatte – genau die Art von Ort, an dem ich mich, schon beim Betreten, fühlte wie ein Kind, das sich heimlich in eine Erwachsenenparty geschmuggelt hat. Sophie hatte sich für ein selbstbewusstes, tiefrotes Kleid entschieden, das ihr eine Sicherheit verlieh, die ich in diesem Moment dringend gebraucht hätte. Ich trug das cremefarbene Leinenkleid aus dem Urlaub, das mir auf Mallorca noch wie ein Symbol meiner neu gewonnenen Freiheit erschienen war und sich hier, umgeben von Frauen in maßgeschneiderter Couture und Männern, die ihre Uhren mit beiläufiger Eleganz zur Schau trugen, plötzlich viel zu schlicht anfühlte. "Wir gehören hier genauso hin wie alle anderen", flüsterte Sophie mir zu, während wir uns mit zwei Gläsern Champagner durch den Raum bewegten, mit einer Zuversicht, die ich i
Last Updated: 2026-06-29
Chapter: Kapitel 21 – Paul
Die Frau neben mir hieß Alexandra, oder vielleicht Alexa – ich war mir, als ich am Morgen die Augen öffnete und das harte, weiße Licht der Stadt durch die raumhohen Fenster meines Penthouses fiel, nicht ganz sicher, und es spielte, wie so oft, keine wirkliche Rolle. Sie schlief noch, das Laken locker um ihre Schultern gewickelt, und ich lag eine Weile einfach da, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, und genoss das vertraute, angenehme Gefühl, vollkommen ungebunden zu sein. Es war leicht gewesen, sie kennenzulernen – eine Galerieeröffnung, ein Glas Champagner, ein paar gut platzierte Komplimente, und der Rest hatte sich von selbst ergeben, mit der gleichen mühelosen Choreografie, die ich seit Jahren perfektioniert hatte. Anders als früher musste ich mir nicht einmal mehr Gedanken über Diskretion machen, über die Frage, ob meine Familie davon Wind bekommen könnte, ob es Konsequenzen für irgendeine Verhandlung, irgendeinen Vertrag, irgendeine sorgfältig kuratierte Fassade haben würde.
Last Updated: 2026-06-29
Chapter: Kapitel 20 – Michelle
Die ersten Tage zurück in der Stadt fühlten sich an, als wäre ich aus einem warmen, goldenen Traum direkt in den grauen Beton meines alten Lebens gefallen – nur dass es dieses Mal, anders als bei jeder Rückkehr aus jedem früheren, viel zu kurzen Urlaub, nicht nach Verlust schmeckte. Es schmeckte nach Anfang. Ich stand am Fenster meiner Wohnung, betrachtete die vertraute, quietschende dritte Stufe, den abgeplatzten Fuchsbecher auf der Anrichte, und spürte zum ersten Mal seit Wochen nicht Erschöpfung, sondern Tatendrang.Sophie hatte ihre Kündigung bei der Marketingagentur, in der sie seit Jahren halbherzig vor sich hin gearbeitet hatte, noch im Taxi vom Flughafen formuliert, mit einer Entschlossenheit, die selbst mich überraschte. "Ich habe dort sowieso nie etwas Eigenes aufgebaut", sagte sie, während sie die Nachricht an ihren Chef abschickte, ohne eine einzige Sekunde zu zögern. "Jetzt baue ich etwas mit dir auf."Wir mieteten, in der ersten Woche, ein kleines, helles Büro in einem H
Last Updated: 2026-06-28
Flügel aus Sternenfeuer

Flügel aus Sternenfeuer

Manche Legenden werden geboren. Andere wachsen Flügel.Seit Jahrhunderten leben die Einhörner verborgen vor den anderen magischen Völkern. Doch als die wunderschöne Einhornfrau Lyriana erfährt, dass ihr Volk vom Aussterben bedroht ist, trifft sie eine mutige Entscheidung: Sie verlässt die Sicherheit ihrer Heimat und wagt sich in die verbotenen Länder jenseits der Silberwälder.Als sie ihre Heimat verlässt, ahnt sie nicht, dass ein einziger mutiger Schritt ihre Magie für immer verändern wird. Was beginnt als Flucht vor dem Untergang ihres Volkes, wird zum Auslöser einer uralten Prophezeiung – und zu einer Verwandlung, die niemand für möglich hielt.Zwischen verborgener Magie und gefährlichen Reichen begegnet sie drei Männern, die ihr Schicksal unwiderruflich verknüpfen: dem feurigen Drachen Kael Draven, dem wilden Werwolf-Alpha Ronan Blackfang und dem geheimnisvollen Flügelträger Cassian Vale.Zwischen verbotenen Anziehungen, rivalisierenden Kräften und einer erwachenden Dunkelheit muss Lyriana lernen, wer sie wirklich ist.
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Chapter: Kapitel 28 – Wenn sie führt
„Du hast es gesagt", sagte Cassian leise, seine Stimme dichter als sonst. „Dass du heute Nacht nicht folgen willst." „Ich habe es gesagt." Lyrianas Herz schlug schneller, aber nicht aus Zweifel. „Dann führe." Sie sah in die drei Gesichter, die sich ihr zuwandten – wartend, ohne Druck, bereit, ihr zu folgen, wohin sie auch ging. „Ich habe noch nie jemanden geführt", sagte sie leise. „Du führst bereits", sagte Kael. „Seit dem Moment, in dem du dich entschieden hast, niemandem von uns auszuweichen." „Lass uns das nicht vergeuden", fügte Ronan hinzu, ein schiefes Lächeln um den Mund. „Wir sind bereit." Etwas in ihr richtete sich auf. Nicht der Körper allein. Etwas Älteres, das gerade erst gelernt hatte, dass es das durfte. „Gut", sagte sie. „Dann fangen wir mit dir an, Ronan." Sie stand auf, langsam, die Flügel sich entfaltend wie ein Mantel, den sie sich selbst übergab. „Du willst markiert werden", sagte sie. „Endgültig. Sichtbar." Sie sah zwischen Kael und Cassian. „Beide von
Last Updated: 2026-06-30
Chapter: Kapitel 27 – Heilende Wahrheit
Seit Kael zurückgekehrt war, drehte sich das Gespräch im Kreis, ohne irgendwo anzukommen.„Vielleicht ist es der Ort selbst", sagte Cassian wieder. „Zu viel fremde Magie, zu dicht beieinander."„Oder die Entfernung vom Tempel", warf Ronan ein. „Vielleicht braucht die Linie den Boden, in dem sie geboren wurde."„Wir sind seit Tagen vom Tempel entfernt", sagte Lyriana. „Sie war stark, bis wir hier ankamen."„Vielleicht ist es mein Vater", sagte Kael leise. „Sein Feuer erlischt. Vielleicht zieht das, was hier verlischt, Kraft von allem, was in der Nähe brennt."Niemand widersprach ihm laut.Aber Lyriana sah es in seinem Gesicht – er glaubte selbst nicht ganz daran, was er gerade gesagt hatte.Sie waren auf der falschen Fährte, alle vier, und keiner von ihnen wusste es.„Wir können raten, bis die Sonne aufgeht", sagte Cassian schließlich, „oder wir können tun, was im Tempel funktioniert hat."„Die Linie wächst nicht durch Nähe allein." Er sah zu Lyriana, dann zu den anderen. „Sie wächst d
Last Updated: 2026-06-30
Chapter: Kapitel 26 – Was zwischen ihnen dünner wird
Kael verließ sie ohne viele Worte.„Ich muss zu ihm", sagte er nur, an der Tür stehend, ein letzter Blick zurück, der mehr sagte als alles, was er hätte sagen können. „Allein."Niemand hielt ihn auf.Die Tür schloss sich leise hinter ihm, und der Raum, der eben noch von vier Körpern getragen worden war, fühlte sich plötzlich größer an. Leerer.Der König lag, wo er immer lag, aber heute schien das Bett größer geworden zu sein, als hätte sein Körper in den letzten Tagen noch mehr von sich selbst zurückgelassen.Kael setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett, denselben, auf dem er als Kind gesessen hatte, wenn sein Vater ihm Geschichten erzählte, die immer mit Feuer endeten und nie mit Frieden.„Du bist gekommen", sagte der König. Seine Stimme war ein Flüstern, das sich anstrengen musste, um überhaupt Worte zu formen.„Ich bin immer gekommen, wenn du gerufen hast."„Das ist nicht ganz wahr." Ein schwaches, trockenes Geräusch, das ein Lachen gewesen sein könnte. „Aber ich bin zu müde, um z
Last Updated: 2026-06-29
Chapter: Kapitel 25 – Der Saal aus Glut
Die Zitadelle nahm sie auf wie ein Mund, der sich nicht ganz entschieden hatte, ob er beißen oder schützen wollte.Die äußeren Mauern waren dicker als jedes Gebäude, das Lyriana je gesehen hatte – Stein, der von innen glühte, durchzogen von Adern aus geschmolzenem Gold, die sich wie Blutgefäße durch die Wände zogen. Die Hitze hier war dichter als draußen, drückender, als würde das Gebäude selbst atmen.Sie folgten Kael durch Gänge, die immer enger wurden, dann plötzlich weit, dann wieder eng – ein Rhythmus, der keinen Sinn ergab, bis Lyriana begriff: Es war Verteidigung. Kein Eindringling sollte sich hier je sicher fühlen, zu wissen, was als Nächstes kam.Vor den letzten Türen – zwei Flügel aus geschwärztem Metall, höher als drei Männer übereinander – blieb Kael stehen.„Ab hier", sagte er, „seid ihr Gäste meines Vaters. Nicht meine."„Was bedeutet das?", fragte Ronan.„Es bedeutet: lasst mich zuerst sprechen."✦Die Türen öffneten sich ohne Berührung, von Wachen, die Lyriana erst jet
Last Updated: 2026-06-29
Chapter: Kapitel 24 – Die Stadt aus Asche und Krone
Der Morgen kam ohne Vorwarnung.Kein Vogelgesang. Kein Tau auf Gras, das es hier nicht gab. Nur ein verändertes Licht hinter dem Feuervorhang – von tiefem Orange zu einem helleren, härteren Gold, das ihnen sagte: Zeit.Sie verließen die Höhle schweigend.Niemand sprach von der Nacht, die hinter ihnen lag. Sie musste auch nicht besprochen werden. Sie lag einfach da, zwischen ihnen, wie ein vierter Herzschlag, der jetzt zu ihrem eigenen gehörte.Vor ihnen erhob sich, näher jetzt als je zuvor, das Ziel ihrer Reise.✦Die Stadt hieß Pyrathos.Kael hatte den Namen nicht erklärt. Er war ihm einfach entglitten, als sie über die letzte Bergkette flogen, leise, fast zärtlich – die Art, wie Menschen den Namen eines geliebten, schwierigen Verwandten aussprachen.Aus der Luft hatte sie ausgesehen wie eine Wunde, die zu leuchten begonnen hatte. Aus der Nähe war sie etwas Größeres.Türme aus geschwärztem Vulkanglas erhoben sich in unregelmäßigen, fast organischen Formen, als wären sie nicht gebaut,
Last Updated: 2026-06-28
Chapter: Kapitel 23 - Der Morgen kann warten
Das Schweigen, das sie zurückließ, war anders als zuvor. Aufmerksamer. Kael war der Erste, der die Stille brach. „Ich habe nie gedacht, dass ich das hier mit euch beiden teilen würde", sagte er, den Blick auf das Wasser gerichtet, nicht auf sie. „Diesen Ort." „Du hast viel geteilt, das du nicht erwartet hast", sagte Cassian. „Das stimmt." Kael sah zu ihm, dann zu Ronan. „Erinnerst du dich an den Tempel? Die erste Nacht?" Ronan lachte leise. „An welchen Teil?" „An den Teil, in dem du mich beinahe getötet hättest, bevor wir wussten, dass wir das hier wollen würden." „Ich erinnere mich." Ronans Stimme wurde tiefer. „Ich erinnere mich auch an den Teil danach." Er bewegte sich durchs Wasser, langsam, bis er nah genug war, um Kaels Kiefer mit den Fingern zu berühren – eine Geste, die Wochen zuvor undenkbar gewesen wäre. „Du hast mich gebissen", murmelte Kael. „Du hast es zugelassen." „Ich hatte keine Wahl." „Du hattest jede Wahl." Ronans Daumen strich über Kaels Unt
Last Updated: 2026-06-28
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