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 52: Was sich verbreitet

Author: Lila
last update publish date: 2026-07-01 13:36:16

Die Zeitgestalt hatte recht behalten.

Innerhalb einer Woche begannen Boten zu kommen – nicht aus unserer Region, nicht von Rudeln oder Fraktionen, die wir kannten, sondern von weit entfernten Orten, von denen ich noch nie gehört hatte.

Der erste Bote kam aus dem Osten, ein junger Mann, erschöpft von einer langen Reise, seine Augen voller Hoffnung und Verzweiflung gleichzeitig.

„Ich habe gehört, was du getan hast", sagte er, kaum Zeit nehmend, um zu atmen. „Mit den alten Mächten. Mit dem Gleichg
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  • BLUT & MONDSTEIN   61: Mehrfachbindungen

    Wir brachen am nächsten Morgen auf, zu dritt diesmal.Die Reise nach Süden fühlte sich kürzer an als beim ersten Mal – nicht weil sie es war, sondern weil wir den Weg kannten, die Landschaft vertraut geworden war, das Gefühl des südlichen Berges am Horizont erkennbar, bevor wir ihn sahen.Zara wartete am Fuß des Berges, Bren und Kal hinter ihr, und neben ihnen drei neue Gesichter, die ich nicht kannte.„Danke, dass ihr gekommen seid", sagte sie, aber ihr Ton war nicht der einer Bittenden – fester, klarer als beim letzten Treffen.„Was sind Mehrfachbindungen?", fragte Ren, direkt wie immer, keine Zeit für Umwege.„Kommt und seht", sagte Zara.---Sie führte uns in einen kleinen Raum, den sie als Ausbildungsort eingerichtet hatte, einfach aber funktional – ein Steinboden, Karten an den Wänden, die den Bereich um Karo zeigten.Die drei neuen Gesichter stellten sich vor: Mina, eine Frau um die dreißig, ihre Hände mit zwei verschiedenfarbigen Glühmustern – eines warm golden, eines kalt sil

  • BLUT & MONDSTEIN   60: Drei

    Die erste Woche ohne Soren war seltsam still.Nicht leer – er war noch immer in der Vollendung, ein Faden, der sich gedehnt hatte, aber nicht gerissen war. Ich konnte ihn fühlen, weit weg, aber da, wie ein Herzschlag, den man nur hört, wenn man stillhält.Aber sein Stuhl am Frühstückstisch war leer.Sein Platz in der Bibliothek unbesetzt.Die Art, wie er einen Raum betrat, ohne ihn zu dominieren – diese besondere Stille um ihn, die ich erst bemerkte, als sie fehlte.„Du schaust wieder auf seinen Stuhl", sagte Kas, ohne von seinem Teller aufzublicken.„Tu ich nicht."„Tue ich auch manchmal", sagte er. „Also lass es gut sein."---Ren übernahm Sorens organisatorische Aufgaben, ohne dass jemand ihn darum bat.Er tat es so natürlich, so ruhig, dass ich es erst nach zwei Tagen bemerkte – die Protokolle, die Soren immer geführt hatte, jetzt in Rens Handschrift. Die Nachrichten, die Soren sortiert hatte, jetzt von Ren priorisiert.„Du musst das nicht tun", sagte ich, fand ihn spät abends am

  • BLUT & MONDSTEIN   59: Die Entscheidung

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    Wir verbrachten drei Tage am südlichen Berg.Nicht aus Pflicht – wir hätten früher gehen können. Aber Zara brauchte Zeugen für die ersten Schritte, und ich verstand das besser als jeder andere.Ich erinnerte mich noch genau, wie es war, in einer Lichtung zu stehen und nicht zu wissen, ob man zusammenbricht oder wächst.Am zweiten Tag machte Zara ihren ersten Fehler.Sie versuchte, zu viel auf einmal zu kanalisieren, wollte beweisen, dass sie bereit war, und der südliche Berg antwortete ehrlich auf ihre Ungeduld – schickte eine Energiewelle zurück, die sie von den Füßen riss.Bren fing sie auf.„Das war dumm", sagte er, nicht unfreundlich.„Ich weiß", sagte sie, Blut aus einer Lippe wischend, wo sie aufgebissen hatte.„Du hast dasselbe getan", sagte Soren leise zu mir.„Ich weiß", sagte ich auch. „Deshalb sage ich nichts."Er schaute mich an, ein kleines Lächeln.Am dritten Tag sprach Zara allein mit dem Berg, wie ich es einst in der Lichtung getan hatte.Wir warteten am Rand der Baumg

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    Die Nachricht aus dem Süden brachte drei Menschen mit sich.Sie erschienen zwei Tage nach dem Brief, zu Fuß, ohne Eskorte, ohne Waffen. Eine Frau in meinem Alter, zwei Männer etwas älter, alle mit denselben Augen – wachsam, erschöpft, hoffend.„Ich bin Zara", sagte die Frau, als sie am Tor standen. „Das sind Bren und Kal."„Was passiert im Süden?", fragte ich, ließ sie ohne Umwege ein.„Alles, was hier passiert ist", sagte Zara, während wir sie in den Studienraum führten, „aber ohne jemanden, der weiß, wie man damit umgeht. Rudel, die sich gegenseitig bekämpfen. Pakte, die niemand versteht. Mächte, die erwachen, und keine Struktur, um sie zu navigieren."„Wie viele Rudel?", fragte Ren.„Zwölf im unmittelbaren Süden", sagte Bren, der bisher geschwiegen hatte. „Vielleicht vierzig in der gesamten Region."„Und ihr wollt lernen, wie wir es tun", sagte Soren. „Nicht, dass wir kommen."„Wenn ihr kommt", sagte Kal, der dritte, seine Stimme direkt, „löst ihr das Problem für uns. Wenn wir lern

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