Blutmond: An den Lykanerkönig gebunden

Blutmond: An den Lykanerkönig gebunden

last updateLast Updated : 2026-07-29
By:  Miap LongUpdated just now
Language: Deutsch
goodnovel16goodnovel
Not enough ratings
6Chapters
4views
Read
Add to library

Share:  

Report
Overview
Catalog
SCAN CODE TO READ ON APP

Als Zephyra erfährt, dass ihr Gefährte und ihre einzige Familie planen, ihr eine Niere zu nehmen, um ihre Stiefschwester zu retten, ergreift sie die Flucht. Doch während sie verfolgt wird, stürzt sie in einen Fluss und ertrinkt. Eigentlich hätte das ihr Ende sein müssen. Doch sie überlebt. Als Zephyra wieder zu sich kommt, liegt sie in Ketten. Gerettet wurde sie nicht aus Mitgefühl, sondern von Sklavenhändlern. Sie wird in das gefürchtete Reich der Lykaner verkauft und dessen erbarmungslosem Herrscher übergeben: Alpha Theron, einem Mann, der für seine Grausamkeit ebenso bekannt ist wie für die Bestie in seinem Inneren, die er kaum unter Kontrolle halten kann. Für alle anderen ist Zephyra nichts weiter als eine verfluchte Lustsklavin, deren einzige Aufgabe darin besteht, das Bett des Königs zu wärmen. Theron will sie nicht, weil ein Fluch auf ihr liegt. Doch er kann sie auch nicht gehen lassen, denn sie könnte genau die Frau sein, nach der er so lange gesucht hat. Zephyra im Palast festzuhalten, ist jedoch erst der Anfang. Während sie nach und nach die düsteren Geheimnisse des Palastes aufdeckt, stößt sie zugleich auf Wahrheiten über sich selbst, die alles verändern. Wahrheiten, die ihre Beziehung zum König immer komplizierter machen. Zu einem König, der sie niemals wieder gehen lassen wird. Hinweis: Dieses Buch kann explizite Inhalte enthalten, die für manche Leserinnen und Leser unangenehm oder verstörend sein könnten.

View More

Chapter 1

Kapitel Eins: FALSCH BESCHULDIGT

Zephyra

Sie nannten mich eine verfluchte Wölfin. Sie behaupteten, ich sei nicht dazu geeignet, mein Rudel anzuführen. Doch mein Vater hatte ihnen nie geglaubt. Für ihn war ich selbst ohne meinen Wolf noch immer eine gesegnete Tochter des Mondes.

Aber inzwischen verrieten mich sogar meine eigenen Gedanken.

Heute glaubte ich zum wiederholten Mal selbst daran, dass ich es nicht verdiente zu herrschen. Dass ich nicht stark genug war, um dieses Rudel anzuführen.

„Bist du dir wirklich sicher?“

Elder Gareths Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Die Sorge darin war nicht zu überhören. Er wollte sich vergewissern, dass ich meine Stellung als zukünftige Alpha tatsächlich meinem Gefährten Eryc überlassen wollte.

Langsam nickte ich.

„Ja, Elder. Ich bin mir sicher. Eryc ist besser dafür geeignet, der Alpha unseres Rudels zu werden. Ich möchte meine Ansprüche an ihn abtreten.“

Elder Gareth betrachtete mich aus seinen müden, honigbraunen Augen.

„Ich habe nichts gegen meinen Sohn“, sagte er. „Und ja, ich weiß, dass er dein Gefährte ist. Natürlich wünsche ich ihm nur das Beste. Aber erinnerst du dich daran, was dein verstorbener Vater vor seinem Tod gesagt hat? Er wollte, dass du die nächste Alpha des Stoneheart-Rudels wirst. Das war sein letzter Wunsch.“

Ich senkte den Blick und schwieg einen Moment.

Er hatte recht. Das war der Wunsch meines Vaters gewesen. Aber wie sollte ich dieses Rudel ohne einen Wolf anführen und beschützen? Vor allem, wenn die anderen mich ohnehin nicht als ihre Anführerin anerkannten?

Ich wusste, dass mein Vater sich diese Zukunft für mich gewünscht hatte. Doch Eryc war besser geeignet. Er war stärker, ein ausgebildeter Krieger und wurde von unserem Volk respektiert.

Es konnte nur er sein.

Mein Blick glitt zu meiner Stiefmutter, die anmutig auf einem Sofa neben der Tür saß. Ihre grauen Augen trafen meine. Als sie mir leicht zunickte, wusste ich, dass sie hinter meiner Entscheidung stand.

Auch Eryc war im Raum. Er stand nur wenige Schritte entfernt und ließ mich nicht aus den Augen. Neben ihm befand sich meine Stiefschwester Naya. Auch sie sah mich erwartungsvoll an und wartete darauf, dass ich den entscheidenden Schritt machte.

Sie beide waren gekommen, um Zeugen eines der wichtigsten Momente meines Lebens zu werden.

Ich wusste, dass das, was ich vorhatte, riskant war. Sobald ich Eryc mein Recht auf den Alphatitel übertrug, konnte ich es nicht mehr zurückfordern.

Aber weshalb sollte ich das überhaupt wollen?

Eryc war mein Gefährte, und wir liebten einander innig. Morgen würde unsere Bindungszeremonie stattfinden und uns endgültig miteinander vereinen.

Deshalb fühlte sich diese Entscheidung richtig an.

Elder Gareth stieß einen tiefen Atemzug aus.

„Es ist meine Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Wunsch deines Vaters erfüllt wird“, sagte er mit sanfter Stimme. „Bedauerlicherweise ist er nicht mehr hier, um diesen Moment selbst mitzuerleben. Aber wenn du darauf bestehst und dir sicher bist, dass diese Entscheidung wirklich aus deinem Herzen kommt, werde ich deine Wahl akzeptieren.“

Er legte eine Hand auf die alte Schriftrolle, die vor ihm lag.

„Ich werde jetzt das Siegel des Roten Königs auf die Schriftrolle unserer Vorfahren setzen. Aber vergiss nicht: Solltest du deine Meinung vor Erycs Krönung ändern, kann ich die Entscheidung noch rückgängig machen. Bis zur Zeremonie werde ich die Schriftrolle sicher verwahren. Nur für den Fall.“

„Ich bin mir sicher, Elder Gareth“, sagte ich hastig, bevor mein rasendes Herz mich doch noch umstimmen konnte.

Dann wiederholte ich es mit festerer Stimme.

„Ich möchte, dass Ihr sie versiegelt. Das ist wirklich mein Wunsch.“

Als zukünftige Alpha hätte ich stark und mutig sein müssen. Ich hätte dazu fähig sein müssen, mich in meinen Wolf zu verwandeln.

Doch das war ich nicht.

Als ich achtzehn geworden war, hatte ich wie alle anderen darauf gewartet, dass mein Wolf endlich erwachte. Aber er war nie gekommen.

Ich war nicht dazu geboren worden, dieses Rudel anzuführen, und inzwischen hatte ich gelernt, diese Wahrheit zu akzeptieren.

Mein Vater hatte mir stets gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen. Mein Wolf würde sich einfach etwas später zeigen, hatte er behauptet, und wenn es so weit war, würde er mich stärker machen als alle anderen.

Ich hatte ihm so verzweifelt glauben wollen.

Doch inzwischen war ich zwanzig Jahre alt, und noch immer gab es kein einziges Anzeichen für meinen Wolf.

Ich wusste, wie sehr mein Vater mich geliebt hatte und dass er immer nur das Beste für mich gewollt hatte. Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass sich die Worte der anderen tief in mir festsetzten.

Ich war an einem unheilvollen Tag geboren worden, unter dem Licht des Blutmondes. Die Ältesten behaupteten, unter einem solchen Himmel würden ausschließlich Verfluchte geboren.

Mein Vater hatte nie an dieses Omen geglaubt.

Bis zu seinem Tod hatte er an meiner Seite gestanden und mich beschützt. Er hatte sich nicht nur geweigert, mich als verflucht anzusehen, sondern auch alles in seiner Macht Stehende getan, um unser Volk von diesem törichten Aberglauben abzubringen.

Manchmal schmerzte es noch immer unerträglich, besonders wenn ich daran dachte, wie die Mitglieder meines eigenen Rudels mich ansahen.

Für sie war ich ein wandelndes Unglück.

Umso glücklicher konnte ich mich schätzen, Eryc zu haben. Er liebte und unterstützte mich und hatte mir niemals das Gefühl gegeben, wegen meines fehlenden Wolfes weniger wert zu sein.

Elder Gareths gealterte Stimme drang erneut in meine Gedanken.

„Wenn das wirklich dein Wunsch ist, wer bin ich dann, ihn dir zu verwehren?“

Ich schenkte ihm ein sanftes Lächeln.

„Danke, Elder Gareth. Ich bin Euch sehr dankbar, dass Ihr mich versteht.“

Die Erleichterung in meinem Herzen war echt.

Eryc löste sich von der Wand und trat an meine Seite. Sein warmer, kräftiger Arm legte sich behutsam um meine Taille.

In seiner Umarmung fühlte ich mich beschützt.

Ich drehte den Kopf leicht zu ihm und begegnete seinem Blick. Seine tiefblauen Augen versanken in meinen karmesinroten.

Mein Herz machte einen Satz.

Für einen kurzen Augenblick hatte ich das Gefühl, dass nichts anderes auf der Welt eine Rolle spielte.

Nur er.

„Es ist vollbracht“, verkündete Elder Gareth mit tiefer, ruhiger Stimme.

Er erhob sich aus dem großen Sessel meines Vaters und hielt die alte Schriftrolle in der Hand. Mit einer Geste bedeutete er mir, sie entgegenzunehmen.

Meine Hände zitterten leicht, als ich danach griff.

Das rote Siegel des Königs war deutlich auf der Schriftrolle zu erkennen.

Ich drehte sie zu Eryc, damit auch er sie sehen konnte. Ein kleines, stolzes Lächeln erschien auf seinen Lippen.

Dann reichte ich Elder Gareth die Schriftrolle zurück.

„Vielen Dank, Elder“, flüsterte ich erneut.

Meine Stiefmutter, Luna Mirella, erhob sich anmutig vom Sofa.

Ihr langes rotes Kleid strich über den Boden, als sie zu uns kam.

„Danke, Elder Gareth, dass Ihr den Wunsch meiner Tochter respektiert habt“, sagte sie warmherzig. „Ihr wart unserer Familie und meinem verstorbenen Gemahl stets ein wahrer Freund.“

„Gern geschehen, Luna.“

Elder Gareth verbeugte sich leicht.

„Ich habe lediglich getan, was getan werden musste. Nun entschuldigt mich bitte. Ich würde gern nach Hause gehen und mich ausruhen.“

Eryc trat sofort vor.

„Ich begleite dich hinaus, Vater“, bot er höflich an.

Elder Gareth nickte, und gemeinsam verließen sie den Raum.

Kaum hatte sich die Tür hinter ihnen geschlossen, schlang meine Stiefmutter die Arme fest um mich.

„Herzlichen Glückwunsch, meine Liebe. Du bist deinem Herzen gefolgt. Ich bin so stolz auf dich.“

Meine Stiefschwester Naya kam ebenfalls näher und lächelte.

„Ich freue mich auch für dich“, sagte sie leise.

Ihre goldenen Augen wirkten dabei ungewöhnlich dunkel.

Mein Körper fühlte sich plötzlich leichter an, als wäre eine gewaltige Last von meinen Schultern genommen worden.

……

Später am selben Tag ging ich in die Küche und bereitete eine Leber-Nieren-Suppe zu.

Es war dieselbe Suppe, die ich früher immer für meinen Vater gekocht hatte und die ich auch für Elder Gareth zubereitete, wenn er uns besuchte.

Sie zu kochen gab mir das Gefühl, ihnen beiden näher zu sein.

Als die Suppe fertig war, füllte ich sie in eine Schüssel und brachte sie zu Elder Gareths Haus.

Seine Gefährtin Araiah, Erycs Mutter, öffnete mir mit einem sanften Lächeln die Tür.

„Bitte gebt das Elder Gareth“, sagte ich und reichte ihr die Schüssel. „Ich weiß, wie gern er sie isst, und ich wollte mich für heute noch einmal richtig bei ihm bedanken.“

Araiah sah mich liebevoll an.

„Unsere Prinzessin ist so großzügig und fürsorglich“, sagte sie. „Du bist deinem Vater, unserem verstorbenen Alpha, wirklich sehr ähnlich. Es fühlt sich noch immer unwirklich an, dass er nicht mehr da ist …“

Trauer legte sich über ihre Augen, und ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte.

Ein stechender Schmerz breitete sich in meinem Herzen aus, als wäre mit meinem Vater auch ein Teil von mir gestorben.

Mein geliebter Vater hatte mich so gut er konnte vor der Grausamkeit meines Rudels beschützt.

Und nun war er nicht mehr bei mir.

Ich blinzelte die aufsteigenden Tränen fort, nickte schweigend und wandte mich zum Gehen, bevor die Trauer mein Herz vollständig hinabziehen konnte.

Als ich in mein Zimmer zurückkehrte, verdrängte meine Nervosität allmählich den Schmerz.

Morgen würde die Bindungszeremonie mit Eryc stattfinden, und das lange Warten hätte endlich ein Ende.

Allein der Gedanke daran ließ mein Herz schneller schlagen.

Vielleicht würden die anderen mich mit anderen Augen sehen, sobald ich mit einem der stärksten Krieger des Rudels verbunden war?

Ich konnte es nur hoffen.

Die Zeit schien langsamer zu vergehen, während ich auf meinem Bett lag. Ich zog mein Kissen an mich und schloss die Augen, um meine rasenden Gedanken zu beruhigen.

Doch plötzlich störten laute Stimmen meine Ruhe.

Menschen schrien, und eilige Schritte hallten über den Flur.

Angst erfasste mich, und mein Herz begann heftig gegen meine Brust zu schlagen.

So schnell ich konnte, sprang ich auf und rannte aus meinem Zimmer. Meine nackten Füße fühlten sich kraftlos an, als ich in den großen Salon eilte.

Dort standen mehrere Wachen in grünen königlichen Uniformen. Einer von ihnen hielt eine Schriftrolle in der Hand.

Es störte mich noch immer, dass wir in diesem modernen Zeitalter weiterhin Schriftrollen benutzten, doch jetzt war eindeutig nicht der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken.

Was taten sie hier?

Die Wachen stritten sich mit meiner Stiefmutter, Luna Mirella. Ihr Gesicht war bleich vor Sorge.

Plötzlich wandte sich einer der Männer zu mir um und sah mich direkt an.

Kaum hatte er mich entdeckt, flammte Zorn in seinen Augen auf.

„Da ist sie!“, brüllte er. „Die Mörderin!“

Was?

Ich konnte nicht glauben, wie er mich gerade genannt hatte.

Mein gesamter Körper erstarrte, während ich verzweifelt versuchte zu begreifen, was er damit meinte.

Eine Mörderin?

Von wem sprachen sie?

Was war geschehen?

Expand
Next Chapter
Download

Latest chapter

More Chapters
No Comments
6 Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status