Ich sollte meinen Schwager nicht begehren

Ich sollte meinen Schwager nicht begehren

last updateHuling Na-update : 2026-07-27
By:  Nour ElIn-update ngayon lang
Language: Deutsch
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Ich weiß, ich hätte Abstand zu Xavier Hathway halten sollen. Er ist mein Schwager. Ein Mann, den ich einst kaum bemerkte, nun zu jemandem geworden, den man unmöglich übersehen kann – reif, faszinierend… und irgendwie füllt er jede Ecke meiner dunkelsten Gedanken. Alles begann zu zerfallen, in dem Moment, als er mich erwischte. Danach gab es keine Grenzen mehr. Keine Gründe mehr. Wir überschritten jede Linie – Normen, Moral und Gelübde, die ich niemals hätte verraten dürfen. Und das Schlimmste… ich will nicht aufhören. Anstatt zu gehen, sinke ich tiefer. In Berührungen, die sich falsch anfühlen, in ein Verlangen, das nie hätte existieren dürfen. Die Lust, die Xavier mir gibt, ist zu real, zu verlockend – bis ich mich entscheide, nachzugeben. Aber ich weiß… etwas Verbotenes endet nie gut. Die einzige Frage ist: Wer wird zuerst brechen?

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Kabanata 1

Kapitel 1

-Olivia-

„Sie sind unfruchtbar, mein Herr.“

Die Worte des Urologen trafen mich wie eine Ohrfeige. Ich hatte schon vermutet, dass Dent Hathway – mein Ehemann – ein Problem hatte, seitdem ich mich hatte untersuchen lassen und mir gesagt wurde, dass bei mir alles in Ordnung sei. Meine Eltern hatten mir sogar geraten, mich von Dent scheiden zu lassen, überzeugt davon, dass er mir keine Kinder schenken könne.

Wie sich herausstellte, hatten sie recht.

Ich warf Dent einen Blick von der Seite zu. Nach außen hin wirkte er stark, obwohl ihm diese Nachricht gerade den Boden unter den Füßen weggezogen hatte. Ich wusste, wie unangenehm ihm das war und wie sehr er sich mir gegenüber schuldig fühlte.

„Herr Dent leidet unter sexuellen Funktionsstörungen und einer schlechten Spermienqualität. Das ist der Grund, warum Sie beide bisher keine Kinder bekommen konnten.“

Es fühlte sich an wie ein Schlag in die Magengrube. Ein Stechen, ein Krampf. Mein ganzer Körper wurde kalt – nicht wegen der Klimaanlage, sondern weil ich diese Realität nicht wahrhaben wollte. Ich hätte misstrauisch werden müssen, als Dent mich körperlich nicht mehr befriedigen konnte, aber ich hatte es verdrängt. Ich hatte mir eingeredet, er sei einfach nur erschöpft von der Arbeit.

„Gibt es dafür irgendeine Behandlung, Herr Doktor?“, fragte Dent. „Eine Therapie oder so etwas?“, fügte er hinzu und klammerte sich an den letzten Rest Hoffnung. Die Hoffnung auf eine harmonische Familie, erfüllt vom Lachen eines kleinen Kindes, das durch unser Haus rennt.

Doch diese Hoffnung wirkte plötzlich wie eine Illusion.

„Machen Sie sich keine Sorgen. Es gibt Behandlungen und Therapien, die Sie machen können. Auch eine Umstellung des Lebensstils ist ein wichtiger Teil davon. Sie müssen es einfach versuchen und geduldig sein“, sagte der Arzt und versuchte, uns zu beruhigen.

Versuchen und geduldig sein? Wie lange sollten wir diesen Wunsch noch in unseren Herzen vergraben? Allmählich verließ mich der Mut. Wie lange sollte ich denn noch warten?

Ich schloss die Augen, holte tief Luft und atmete langsam wieder aus. Die Beklemmung in meiner Brust ließ ein wenig nach, aber an der Realität änderte das nichts.

Als Dents Hand meinen Oberschenkel berührte, zuckte ich erschrocken zusammen. Er wandte sich mir mit einem warmen, aufrichtigen Lächeln zu, doch seine Augen wirkten mattt. Sein sonst so strahlendes Blau war dunkel geworden. War seine Enttäuschung noch größer als meine? Sollte nicht eigentlich ich diejenige sein, die ihn jetzt tröstete?

„Ich mache Ihren Therapieplan fertig. Entschuldigen Sie mich einen Moment“, sagte der Arzt, bevor er den Raum verließ, in dem es schlagartig mucksstill wurde. Das Einzige, was blieb, war das Ticken der Uhr, der übelkeitserregende Geruch nach Medizin und gedämpfte Geräusche, die durch die Wände drangen. Es fühlte sich an, als würde das Leben mich verhöhnen.

„Es tut mir leid, Olivia. Ich bin kein perfekter Mann.“

„Sag so etwas nicht, Dent. Niemand ist perfekt.“ Ich nahm sein Gesicht in meine Hände und gab ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen, um ihn zu trösten. Dent legte sein Gesicht für einen Moment auf meine Schulter. Meine Finger strichen sanft durch sein hellbraunes Haar.

„Ich bin unfruchtbar, Olivia. Du wirst mit mir keine Kinder haben können. Ich hätte es merken müssen, bevor ich dich geheiratet habe. Ich hätte...“, flüsterte er leise an meinem Ohr.

Ich schob ihn schnell ein Stück zurück und legte meinen Zeigefinger auf seinen Mund. Ich klammerte mich in sein glattes, schwarzes Hemd, bis es Knitterfalten warf. Ich schüttelte ihn leicht, um ihn aus seiner Starre zu reißen.

„Nein, Dent! Kein ‚hätte‘! Ich liebe dich so, wie du bist. Wir werden eine Lösung finden, genau wie der Arzt gesagt hat. Verlier nicht den Mut“, sagte ich und lächelte Dent an, der mich nur mit feuchten Augen ansehen konnte.

„Olivia…“, rief er schwach.

Mein Herz klopfte wie wild. Auf einmal schnürte mir der Schmerz in seinem Blick die Kehle zu. Bitte sag jetzt nichts mehr, Dent. Bitte nicht.

„Wenn du die Scheidung willst… werde ich dir diese Entscheidung nicht verübeln, Olivia.“

Ich schüttelte hastig den Kopf. „Bitte sag das jetzt nicht, Dent! Ich werde niemals die Scheidung einreichen!“

„Deine Eltern werden nicht begeistert sein, wenn sie das erfahren, Olivia. Sie werden weiter Druck auf dich ausüben, damit du mich verlässt“, sagte Dent ernst. Er hielt mich sanft an den Schultern und versuchte mir klarzumachen, in welcher Lage wir steckten.

Er hatte nicht unrecht. Meine Eltern wären wütend, wenn ich weiterhin zu Dent halten würde, wo er mir nicht einmal Kinder schenken konnte. Genau wie ich hofften sie auf Enkelkinder für die Familie Jordyn. Aber würden sie verstehen, wie ich fühlte? Ich liebte Dent, selbst mit seinen Makeln.

Meine Handfläche berührte Dents Wange und strich über seine leicht gebräunte Haut. „Ich werde es Mutter und Vater nicht erzählen.“

Dent sah aus, als wäre ihm bei meiner Entscheidung nicht wohl gewesen. „Olivia, ich will nicht, dass—“

„Pscht! Es reicht.“ Ich brachte seine schmalen Lippen schnell mit meinem Finger zum Schweigen. „Ich will nichts hören. Wir versuchen es weiter, Dent.“

Du klingst ja sehr optimistisch, Olivia. Aber tief in deinem Inneren zweifelst du doch selbst daran. Meine innere Stimme verhöhnte mich, und ich wusste, dass sie recht hatte. Konnte ich wirklich noch so lange geduldig bleiben?

„Was für ein Glückspilz ich doch bin, dich zu haben, Olivia“, flüsterte er, bevor er mich umarmte. Im Moment war es egal, ob wir jemals Kinder bekommen würden, solange Dent an meiner Seite war. Mein Mann. Das fühlte sich erst einmal genug an.

Glaubte ich zumindest.

Vom Krankenhaus aus fuhren wir zum Haus von Dents Eltern. Das Anwesen im viktorianischen Stil wirkte massiv und imposant. Die Besitzer, Anna und Jonny, hießen uns in ihrem kleinen Garten willkommen. Zu sehen, wie Dent seine Eltern umarmte, als wir aus dem Auto stiegen, ließ mein Herz schmerzen. Sie liebten Dent so sehr – genau wie ich. Wenn ich ihnen diese Nachricht überbrachte, wie würden sie reagieren?

Würde Jonny mir immer noch die Schuld dafür geben, dass es in dieser Familie keine Enkelkinder gab?

Im Wohnzimmer wanderte mein Blick über die Wände voller Fotos. Auf dem Kamin blieb mein Blick an einem alten Bild von Dent mit seinem jüngeren Bruder hängen – Xavier Hathway. Der schmächtige Typ mit dem eiskalten Blick. Es war ewig her, dass ich Xavier das letzte Mal gesehen hatte.

„Xavier hat sich zu einem stattlichen Mann entwickelt. Du würdest ihn gar nicht wiedererkennen“, sagte Anna hinter mir.

Einen Moment lang starrte ich seine Gestalt auf dem Foto erneut an. Wenn das stimmte, war er jetzt vielleicht genauso eindrucksvoll wie Dent. Oder vielleicht sogar noch mehr. Ich war neugierig.

Wir setzten uns im Seitengarten zusammen und genossen Snacks und heiße Schokolade mit einer Prise Zimt, die Anna zubereitet hatte. Jonny sah uns beide an, und ich konnte mir schon denken, worauf das Gespräch hinauslaufen würde.

„Und… wann schenkt ihr uns endlich ein Enkelkind, hm?“

„Papa“, warnte Dent sofort und warf mir einen Blick zu, als ich sogleich den Kopf senkte, weil mir das Thema unangenehm war.

„Dent, deine Mutter und ich sind nicht mehr die Jüngsten. Schiebt es nicht weiter auf die lange Bank.“

„Papa, das ist nicht—“

„Du hast doch hoffentlich kein Problem damit, oder, Olivia?“, fiel Jonny ihm ins Wort und sah mich mit einem merkwürdigen Blick an. Als wäre ich diejenige, die für all die Probleme verantwortlich war, mit denen wir zu kämpfen hatten.

„Jonny, was redest du denn da!“, schimpfte Anna mit erhobener Stimme.

Die Anspannung war so groß, dass mir schlecht wurde. Wenn er wüsste, wer hier das eigentliche Problem war, würde Jonny mich dann immer noch so fragen? Leider war ich immer noch gütig genug, ihnen die Wahrheit zu verschweigen – Dent zuliebe.

Wie sich herausstellte, tat es mehr weh als alles andere, seine eigenen Gefühle zu opfern.

Ich stand vom Stuhl auf und entschuldigte mich auf die Toilette. Vor dem Waschbecken spritzte ich mir Wasser ins Gesicht und starrte mein erbärmliches Spiegelbild an. Meine Augen waren rot vom Zurückhalten der Tränen.

„Ich bin nicht das Problem“, flüsterte ich dem Spiegel zu. Unfähig, sie aufzuhalten, rannen mir Tränen über die Wangen.

„Warum weinst du?“

Eine Stimme an der Badezimmertür ließ mich hochschrecken. Er lehnte im Türrahmen, die Arme vor der Brust verschränkt. Er war groß und breit gebaut. Seine Muskeln zeichneten sich deutlich ab, selbst unter dem blütenweißen Hemd, das er trug.

Sein Gesicht kam mir vertraut vor. Eine ausgeprägte Kieferpartie. Eine gerade Nase. Schmale, aufeinandergepresste Lippen. Dann erinnerten mich seine strahlend blauen Augen an jemanden. Von dort, wo ich stand, konnte ich spüren, wie sein kalter Blick über meinen Körper wanderte.

Als ich es bemerkte, weicht ich einen Schritt zurück und klammerte mich am Rand des Waschbeckens fest. „Wer sind Sie? Und warum platzen Sie einfach in ein fremdes Haus, ohne zu klingeln?“

Anstatt zu antworten, kam er näher. Seine Bewegungen waren langsam und einschüchternd, während ich zwischen der kalten Badezimmerwand und seinem mächtigen Körper gefangen war.

„Warten Sie – kommen Sie nicht näher!“

„Warum hast du Angst vor mir?“, fragte er mit tiefer Stimme. Einer seiner starken Arme versperrte mir den Fluchtweg, während seine andere Hand mein Kinn anhob. Langsam richtete er mein Gesicht auf. Unsere Blicke trafen sich. Er lächelte.

„Olivia“, rief er leise.

Mein Magen krampfte sich zusammen. Die Art, wie mein Name über seine Lippen kam, hatte etwas Sinnliches. Sein Blick wurde intensiver, als er meine Lippen fixierte – lange genug, dass mir die Knie weich wurden. Verrückt. Warum sah er mich so an?

Einen Moment lang dachte ich, er würde mich küssen. Aber ich irrte mich. Sein Daumen strich die restlichen Tränen auf meiner Wange weg. Ich war völlig perplex über meine eigenen Gedanken. Er beugte sich hinunter, berührte fast meine Lippen. Sein warmer Atem vermischte sich mit meinem.

„W–wer bist du?“, fragte ich.

„Das wirst du noch früh genug erfahren“, antwortete er dicht vor meinen leicht geöffneten Lippen. Mir stockte der Atem, als ich sah, wie sein Blick wieder zu meinen Lippen wanderte. Er lächelte, wohlwissend, wie unwohl ich mich fühlte.

Glücklicherweise ließen ihn Schritte auf dem Flur zurückweichen. Instinktiv fasste ich mir an die rasende Brust. Warum reagierte ich nur so auf einen Fremden?

Sein Mundwinkel hob sich. Sein spöttisches Grinsen brachte mein Blut zum Kochen. Doch bevor ich ihn beschimpfen konnte, unterbrach uns Annas Stimme.

„Du bist schon zu Hause?“, fragte Anna mit leuchtenden Augen.

Er drehte sich um und zog Anna in eine warme Umarmung. „Mama“, sagte er sanft.

Ich erstarrte.

Anna sah mich strahlend an. „Olivia… du erinnerst dich doch an ihn, oder?“ Anna hielt sich am Arm des Mannes fest. „Das ist Xavier.“

Kälte kroch von meinem Scheitel bis hinab zu den Füßen. Eine Gänsehaut überzog meine Haut.

Gott. Das ist mein Schwager?

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