LOGIN„Das wirst du noch bereuen, Vick. Du wirst sehen, wer die Frau wirklich ist, die du so verachtet hast. Ich werde nicht länger schweigen!“ Zehn Jahre bedingungsloser Hingabe von Amora Cassidy Shane zerbrachen in einem einzigen Augenblick, als die übergewichtige Frau ihren Ehemann, Vicktor Caldwell, dabei ertappte, wie er sie mit ihrer einst besten Freundin betrog. Noch grausamer war, dass Vicktor diese Frau und das gemeinsame Kind aus ihrer Affäre in Amoras eigenes Zuhause brachte und Amora anschließend aus dem Haus warf, nachdem er sich das gesamte Vermögen der Familie Shane angeeignet hatte. Mit gebrochenem Herzen, aber einem unerschütterlichen Willen akzeptierte Amora die Scheidung. Doch aus ihrem tiefsten Fall wurde ein Schwur geboren: Dieser Verrat würde nicht ungesühnt bleiben.
View MoreAmora führte Roy langsam zurück zu seinem Krankenbett. Ihre Schritte waren ruhig, doch in ihren Augen lag etwas, das sich nur schwer deuten ließ. Sobald der Mann sich hingelegt hatte, zog sie schweigend die Decke über ihn und strich sie glatt.„Roy, ich habe noch etwas anderes zu erledigen. Ich hoffe, dass du bald wieder gesund wirst“, sagte sie mit ruhiger, höflicher Stimme.Roy sah sie lange an, während sich ein sanftes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete. „Ja, schon gut. Danke, dass du mich besucht hast, El.“Amora erwiderte seinen Blick. Diesmal verwandelte sich ihr Lächeln in ein schmales, leicht herausforderndes Grinsen.„Gern geschehen. Und wenn du wieder gesund bist, werde ich dein Versprechen einfordern.“ Ihre Stimme war leise, aber scharf. „Du kannst den Beweis nicht ewig vor mir verstecken, Roy.“Sofort versteifte sich Roys Gesicht. Doch kurz darauf lächelte er wieder und gab sich gelassen.„Ja, natürlich erinnere ich mich daran, El.“Amora hob ihre Tasche auf und ging z
Roy machte ein paar alberne Witze, bis Amora, die die ganze Zeit niedergeschlagen gewirkt hatte, sich ein leises Lachen nicht mehr verkneifen konnte. Auch wenn der Mann oft unerträglich war, hatte er es zumindest heute Morgen geschafft, Amora wieder zum Lächeln zu bringen.„Weißt du, Elisha“, sagte Roy plötzlich und blickte dem Mädchen, das sich noch immer das Lachen verkniff, fest in die Augen, „du bist das erste aufrichtige Mädchen, dem ich in meinem ganzen Leben begegnet bin.“Amora drehte sich zu ihm um und hob eine Augenbraue. „Ach ja? Welchen Witz willst du diesmal erzählen, Roy?“„Keinen“, erwiderte Roy sofort. Seine Stimme klang diesmal tiefer. „Das ist kein Witz, El. In meinem ganzen Leben habe ich nie die Zuneigung einer Frau erfahren.“Roys Blick wurde auf einmal traurig. Das Gesicht, das eben noch so nervtötend gewirkt hatte, war nun von Melancholie und unausgesprochenem Schmerz erfüllt.„Deine Mutter?“, fragte Amora leise, ihre Stimme wurde sanft.Roy senkte den Blick auf
Während des gesamten Weges zum Krankenhaus war Amoras Miene finster. Mit schnellen Schritten eilte sie voran, ihre Absätze klackten über den kalten, glänzenden Krankenhausboden. Kaum hatte sie den Empfang erreicht, richtete sie ihren festen Blick auf die Angestellte.„Ich suche einen Patienten namens Roy Danuwarta“, sagte sie mit ruhiger, aber klarer Stimme.Die Mitarbeiterin überprüfte die Patientenliste und antwortete: „Zimmer 314, Ostflügel.“Amora nickte knapp. „Danke.“Ohne weitere Worte ging sie den langen Flur entlang, der vom stechenden Geruch nach Desinfektionsmittel erfüllt war. Jeder ihrer Schritte war von unterdrückter Wut und wachsendem Unmut begleitet. Nach einigen Abbiegungen blieb sie schließlich vor einer Glastür stehen, auf der deutlich die Nummer 314 zu lesen war.Sie klopfte leise an.„Herein“, erklang eine heisere Stimme aus dem Zimmer.Amora öffnete die Tür, und Roys Blick fiel sofort auf sie. Trotz seines noch immer blassen Gesichts legte sich ein schwaches Läch
Bei dieser Person handelte es sich um Lucy, Viktors Frau.Roy sah die Frau vor sich fragend an. Sein Herz klopfte schnell – nicht vor Nervosität, sondern wegen einer plötzlichen bösen Vorahnung, die ihn überkam.Beschattet diese Frau etwa ihren Ehemann?, dachte Roy, hielt kurz den Atem an und öffnete dann den Mund.„Was wollen Sie hier?“, fragte er tonlos. Seine Stimme klang tief, aber wachsam.Lucy lächelte vage, als wüsste sie ganz genau, wie sie den Mann vor sich aus der Fassung bringen konnte. „Darf ich reinkommen?“, fragte sie gelassen.Roy antwortete nicht, sondern trat nur ein Stück zur Seite, um ihr den Weg freizumachen. „Ja, bitte.“Ohne jede Scheu trat Lucy ein. Der Duft ihres Parfüms erfüllte den engen Raum des Apartments. Ihr Blick fiel kurz auf einen kleinen Tisch neben dem Sofa, auf dem einige Medikamentenflaschen verstreut lagen.„Hat mein Mann dich erwischt, Roy?“, fragte sie, wobei ihre Stimme wie eine subtile Stichelei klang.Roy sah sie scharf an. „Ja, ein bisschen.











