Nach 3 Jahren zum Boss, Ex auf Intensiv

Nach 3 Jahren zum Boss, Ex auf Intensiv

By:  CissyUpdated just now
Language: Deutsch
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Drei Jahre lang begleitete Olesya Whitley ihren an einer Erektionsstörung leidenden Ehemann Xavier Hawkes von einem Arzt zum nächsten. Drei Jahre lang führte sie eine Ehe ohne körperliche Nähe. Trotzdem beklagte sie sich kein einziges Mal. Doch Xavier empfand weder Dankbarkeit noch Schuld. Stattdessen betrog er sie ausgerechnet mit seiner Psychotherapeutin. Während er Olesya Liebesschwüre ins Ohr flüsterte, genoss er die Leidenschaft, die ihm seine Geliebte schenkte. Für Xavier war das nicht einmal ein Seitensprung. Er redete sich ein, es gehörte alles zu seiner Behandlung. Außerdem war er fest davon überzeugt, dass Olesya ihn niemals verlassen würde. Was er nicht wusste: Olesya ließ ihn längst eine Scheidungsvereinbarung unterschreiben. Gleichzeitig sammelte sie heimlich Beweise. Xavier und seine Geliebte sollten alles verlieren – ihren Ruf, ihre Karriere und ihren Platz in der Gesellschaft. Olesyas große Leidenschaft galt der Welt der Düfte. Doch in Xaviers Augen war ihr Traum nichts weiter als sinnlose Zeitverschwendung. Dann stand sie eines Tages im Blitzlichtgewitter. Die Medien feierten sie als die neue Königin der Parfümwelt. Zugleich kam auch ihre zweite Identität ans Licht. Erst da erfuhr Xavier die Wahrheit. Die Ehefrau, auf die er immer herabgesehen hatte, war in Wirklichkeit jene geheimnisvolle Investorin, um deren Unterstützung er seit Jahren vergeblich kämpfte. Xavier bereute alles. Er kniete vor Olesya nieder und flehte sie an: „Olesya, ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht. Bitte gib mir noch eine Chance!“ Olesya lachte kalt. „Weißt du was? Mit diesem verzweifelten Gesicht gefällst du mir viel besser als damals, als du mich betrogen hast.“ Doch Xavier gab nicht auf. Er kaufte das Atelier neben ihrem und brachte ihr jeden Morgen ein selbst zubereitetes Frühstück. „Ich werde auf dich warten. Ein Jahr, zwei Jahre oder mein ganzes Leben lang!“ Der einflussreiche Praise Jansen nahm ihm das Frühstück aus der Hand und warf es ohne zu zögern in den Mülleimer. Dann legte er besitzergreifend einen Arm um Olesyas Taille. „Verschwinde. Ausgerechnet du hast kein Recht, auf meine Frau zu warten!“ Olesya war einst eine vernachlässigte Ehefrau, die jahrelang auf Liebe und körperliche Nähe verzichtete. Nun trug ein anderer Mann sie wie eine Königin auf Händen. Sie ließ eine Ehe voller Lügen und Verrat hinter sich. Dafür begegnete sie einem Mann, der ihre Träume nicht belächelte. Er glaubte an sie, als wären ihre Träume auch seine eigenen. Endlich erkannte Olesya: Wahre Liebe verlangt niemals, dass man zurückblickt.

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Chapter 1

Kapitel 1

Olesya stand vor der Tür des Arbeitszimmers und hörte die unterdrückten, gequälten Laute ihres Mannes Xavier.

Nach einer Weile öffnete sich die Tür.

Xavier trat mit gerötetem Gesicht auf den Flur.

Erst jetzt lockerte Olesya ihre Hände. Ihre Fingernägel bohrten sich beinahe ins Fleisch. Dennoch ließ sie sich äußerlich nichts anmerken und ging ruhig auf ihn zu.

„Ist die Behandlung vorbei?“

Xavier hob die Hand und strich ihr liebevoll über das lange Haar.

„Mhm.“

„Und? Wie fühlst du dich?“

„Wie immer. Sobald Dr. Callahan mit mir meine traumatischen Erinnerungen durchgeht, überkommt mich die Angst. Die Behandlung ist schmerzhaft, aber danach fühle ich mich immer unglaublich erleichtert.“

Tatsächlich wirkte er vollkommen entspannt. Auf seinem Gesicht lag eine träge, beinahe genüssliche Zufriedenheit.

„Olesya, du hast Xavier bestimmt stöhnen hören. Du hast dir sicher große Sorgen gemacht, oder?“

Xaviers Psychotherapeutin Leila Callahan kam lächelnd aus dem Zimmer. In ihren schimmernden Augen lag etwas Sanftes und zugleich Verführerisches.

Olesya erwiderte ihr Lächeln.

„Warum sollte ich mir Sorgen machen? Dr. Callahan, du bist eine angesehene Psychotherapeutin. Solange du dich so engagiert um meinen Mann kümmerst, bin ich vollkommen beruhigt.“

„Xavier arbeitet hervorragend mit. Nur deshalb macht die Behandlung so gute Fortschritte.“

Leila warf Xavier einen vielsagenden Blick zu.

Xavier wich ihrem Blick schuldbewusst aus.

„Ich bin völlig durchgeschwitzt. Ich gehe erst einmal duschen.“

„Und ich sehe nach Fiona.“

Olesya sah den beiden nach, bis sie nebeneinander im Flur verschwanden.

Erst dann erlosch das Lächeln in ihren Augen. Zurück blieb nur eisige Kälte.

Sie drehte sich um und ging in das Arbeitszimmer.

Ohne zu zögern betrat sie den kleinen Ruheraum. Ihr Blick fiel sofort auf den Mülleimer in der Ecke.

Olesya griff danach und kippte ihn aus.

Zerknülltes Papier raschelte über den Boden. Dazwischen lag ein benutztes Kondom.

Der Beweis für Xaviers Verrat stach ihr sofort ins Auge.

Olesya lächelte.

Gleichzeitig brannten ihre Augen, und Tränen sammelten sich darin.

Der Seitensprung an sich war nicht einmal das Bitterste.

Viel schlimmer war die Erkenntnis, dass Xavier mit seiner eigenen Frau nicht schlafen konnte – mit einer anderen Frau aber sehr wohl.

Vor drei Jahren heirateten sie in Waldheim.

In ihrer Hochzeitsnacht beschwerte sich Xavier darüber, dass ihr Hotelzimmer nicht romantisch genug war. Er bestand darauf, mit dem Auto zu einer abgelegenen Pension in den Bergen zu fahren.

Unterwegs wollte er plötzlich noch im Wagen mit ihr schlafen.

Olesya lehnte ab.

Xavier fühlte sich zurückgewiesen. Aus gekränktem Stolz trat er aufs Gaspedal und fuhr viel zu schnell. Auf der kurvigen Bergstraße verlor er schließlich die Kontrolle über den Wagen.

Das Auto kam von der Straße ab und rutschte den Hang hinunter. Beim Aufprall verletzte Xavier sich an der Lendenwirbelsäule.

Beide kamen nur knapp mit dem Leben davon.

Seit diesem Unfall litt Xavier unter einer Erektionsstörung.

In Olesyas Nähe verspürte er keinerlei körperliche Erregung mehr. Sobald sie ihm zu nahe kam, geriet er sogar in Panik.

Immer wieder erschienen die schrecklichen Bilder jener Nacht vor seinem inneren Auge.

Ein normales Eheleben war für ihn nicht mehr möglich.

Olesya begleitete ihn zu unzähligen Ärzten und Therapeuten. Schließlich kamen die Ärzte zu einem eindeutigen Ergebnis: Seine Erektionsstörung war keine direkte Folge der körperlichen Verletzung.

Die eigentliche Ursache lag in seiner Psyche.

Xavier litt an einer Form der posttraumatischen Belastungsstörung.

Von diesem Zeitpunkt an übernahm Leila seine persönliche Behandlung.

Leila war geschieden und zog ihre Tochter allein groß. Xavier brauchte täglich zwei Stunden Therapie. Weil ihm die ständigen Fahrten zu umständlich waren, ließ er Leila vor einem halben Jahr gemeinsam mit ihrer Tochter bei ihnen einziehen.

Anfangs dachte Olesya sich nichts dabei.

Das änderte sich vor drei Tagen.

Mitten in der Nacht ging sie nach unten, um sich ein Glas Wasser zu holen. Dabei hörte sie zufällig ein Gespräch zwischen Xavier und Leila.

„Xavier, du kannst dein Stöhnen jedes Mal kaum unterdrücken. Hast du keine Angst, dass Olesya uns hört und misstrauisch wird?“

Xavier saß auf dem Sofa und antwortete vollkommen gelassen:

„Olesya ist noch Jungfrau. Sie hat keine Erfahrung mit solchen Dingen und versteht nichts davon. Sie wird sich nichts dabei denken.“

„Aber inzwischen funktioniert bei dir doch wieder alles. Willst du es nicht wenigstens einmal mit ihr versuchen?“

Während Leila sprach, legte sie bereits eine Hand auf seinen Körper.

Xavier schloss die Augen.

„Ich habe es versucht. Mit ihr geht es einfach nicht ...“

„Es geht also nur mit mir?“

Leila biss ihm verspielt ins Ohrläppchen.

„So wie du einen Mann anmachst, kann dir niemand widerstehen. Bei dir wird doch jeder sofort schwach ...“

Ihre Körper pressten sich eng aneinander.

Olesya stand am oberen Ende der Treppe. In diesem Augenblick gefror ihr das Blut in den Adern.

Eisige Kälte kroch durch ihren ganzen Körper.

Ihre Schläfen pochten wie wild. Ein unsichtbares Gewicht schien ihren Schädel zusammenzupressen, bis er jeden Moment zerbarst.

Erst da begriff sie die Wahrheit.

Xavier stöhnte nicht wegen schmerzhafter Erinnerungen.

Er stöhnte vor Lust, weil seine attraktive Psychotherapeutin ihn befriedigte.

Am nächsten Tag fand Olesya das erste Kondom im Mülleimer.

Nun lag bereits das dritte vor ihr.

Drei Jahre lang konnte ihr Mann kein einziges Mal mit ihr schlafen.

Mit einer anderen Frau verbrauchte er dagegen innerhalb von drei Tagen drei Kondome.

Der Anblick dieses dritten Kondoms brachte das Fass endgültig zum Überlaufen.

Olesya warf den widerlichen Beweis zurück in den Mülleimer. Dann verließ sie wie benommen das Arbeitszimmer.

Im Wohnzimmer setzte sie sich auf das Sofa und wartete schweigend.

Kurze Zeit später kam Xavier die Treppe herunter. Er hatte sich umgezogen und wirkte frisch, energiegeladen und bestens gelaunt.

„Ich muss etwas mit dir besprechen.“

„Ich muss dir etwas sagen.“

Als Xavier vor ihr stehen blieb, begannen beide gleichzeitig zu sprechen.

Olesya hielt kurz inne. Dann verzog sie die Lippen zu einem schwachen Lächeln.

„Du zuerst.“

„Ich möchte, dass du Fiona künftig morgens zum Kindergarten bringst und nachmittags wieder abholst. Du hast zu Hause ohnehin nichts zu tun. Dr. Callahan ist beruflich stark eingespannt. Du kannst ihr ruhig ein wenig Arbeit abnehmen.“

Er betrog sie mit dieser Frau.

Und nun sollte Olesya auch noch den Fahrdienst für deren Tochter übernehmen?

„Mit welchem Recht?“, fragte sie kalt.

Xavier zog seine markanten Augenbrauen zusammen. Ihre Reaktion missfiel ihm offensichtlich. Trotzdem bemühte er sich um einen geduldigen Ton.

„Olesya, sei doch vernünftig. Du führst hier das bequeme Leben einer reichen Ehefrau. Hast du eine Ahnung, wie hart ich mich in der Geschäftswelt durchkämpfen muss?“

„Meine Position als Vorstandsvorsitzender der Fernenberg-Gruppe ist alles andere als sicher. Unsere Geschäftszahlen waren im letzten Jahr nur mittelmäßig. Der Aktienkurs bewegt sich seit Monaten kaum. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende hat sich mit mehreren Direktoren verbündet. Bei der nächsten Aktionärsversammlung wollen sie mich absetzen.“

„Ich brauche dringend einen großen Geschäftserfolg, um meine Position zu sichern. Dr. Callahan kennt die geheimnisvolle Großinvestorin Meisterin Z. Sobald sie den Kontakt herstellt, habe ich den Sieg praktisch in der Tasche.“

„Du willst also, dass ich Dr. Callahan für dich bei Laune halte?“

Xavier warf ihr einen flüchtigen Blick zu. Seine Miene blieb gleichgültig. In seinen Augen lag jedoch unverkennbare Geringschätzung.

„Viel anderes trägst du zu dieser Familie ohnehin nicht bei. Das hier dürfte selbst für dich nicht besonders schwer sein. Oder soll ich dich etwa darum bitten, mich Meisterin Z vorzustellen? Hast du überhaupt die nötigen Kontakte?“

Olesya sah ihn lange und regungslos an.

Sie brauchte keinerlei besondere Kontakte, um Xavier Meisterin Z vorzustellen.

Sie selbst war Meisterin Z.

Olesya studierte Finanzwirtschaft. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie jedoch nie offiziell in der Finanzbranche.

Alle hielten sie für faul und ungebildet. In ihren Augen verschwendete sie vier Jahre an der Universität und machte anschließend nichts aus ihrem Leben.

Niemand ahnte, dass Olesya ein außergewöhnliches Talent für Finanzgeschäfte besaß.

Doch Talent und Leidenschaft waren nicht dasselbe.

Ihre Familie zwang sie, Finanzwirtschaft zu studieren. Ihr Herz gehörte jedoch der Parfümkunst.

Olesya träumte davon, Parfümeurin zu werden.

Deshalb gründete sie ein kleines Atelier. Dort arbeitete sie jeden Tag mit den unterschiedlichsten Duftstoffen. Sie hoffte, eines Tages ihre eigene Parfümmarke zu erschaffen.

Eine Marke, die sich mit Dior oder Chanel messen konnte.

Zur geheimnisvollen Investorin Meisterin Z wurde sie einzig und allein, weil sie sah, wie hart Xavier für seine Karriere kämpfte.

Sie hielt ihre Identität geheim und baute im Verborgenen ein gewaltiges Vermögen auf. Falls Xavier eines Tages in eine geschäftliche Krise geriet, wollte sie ihm den Rücken stärken.

Sie tat sehr wohl etwas für diese Familie.

Sie rechnete nur nicht damit, dass sein Verrat schneller kam als der Tag, an dem er ihre Hilfe brauchte.

Noch absurder war Leilas schamlose Behauptung, Meisterin Z persönlich zu kennen.

„Xavier, hältst du wirklich so wenig von mir?“

Olesya lächelte spöttisch.

Xavier setzte zu einer Rechtfertigung an, die selbst in seinen Ohren hohl klang.

„So habe ich das nicht gemeint. Aber meine Behandlung zieht sich nun schon seit drei Jahren hin. Wenn man ein bequemes Leben und zu viel freie Zeit hat, kommt man schnell auf dumme Gedanken. Ich will nur nicht, dass du dir plötzlich irgendwelche Dinge zusammenreimst.“

„Was soll Olesya sich denn zusammenreimen?“

Während sie miteinander sprachen, kam Leila lächelnd auf sie zu.

Xavier stand sofort auf.

„Ich habe gerade mit Olesya besprochen, dass sie Fiona künftig zum Kindergarten bringt und nachmittags wieder abholt.“

Leila riss gespielt überrascht die Augen auf.

„Das wäre doch wirklich zu viel verlangt. Wie könnte ich Olesya damit belasten? Vergiss es. Das Kindermädchen kann Fiona fahren.“

„Keine Sorge. Olesya macht das. Sie ist aufmerksam und verlässlicher als jedes Kindermädchen.“

„Aber Olesya ...“

„Sie hat bereits zugestimmt.“

Olesyas Fingernägel gruben sich erneut in ihre Handflächen.

Sie stand auf. Ihre Stimme war schneidend klar.

„Nein, habe ich nicht. Und ich werde auch nicht zustimmen.“

In diesem Augenblick traf Olesya eine Entscheidung.

Sie wollte sich nicht mehr friedlich von Xavier trennen.

Ursprünglich plante sie, in aller Ruhe mit ihm über die Scheidung zu sprechen. Doch nun änderte sie ihre Meinung.

Wer ehrliche Liebe mit Füßen trat, verdiente kein gutes Ende.

Xaviers Gesicht verfinsterte sich.

Olesya verhielt sich an diesem Tag ungewöhnlich.

Normalerweise war sie verständnisvoll, fürsorglich und leicht zufriedenzustellen. Sie widersprach ihm so gut wie nie.

Die Stimmung zwischen ihnen wurde mit jeder Sekunde angespannter.

Plötzlich erklang eine kindliche Stimme.

„Piu, piu, piu! Ich habe eine Pistole! Ergebt euch alle!“

Leilas fünfjährige Tochter Fiona Callahan hielt einen rosafarbenen Gegenstand in der Hand. Kichernd zielte sie damit auf die Erwachsenen und tat so, als schoss sie auf sie.

Als Leila erkannte, was ihre Tochter da in der Hand hielt, entgleisten ihr die Gesichtszüge.

„Wo hast du das her?“, fuhr sie Fiona an.

Olesya hatte zwar noch nie mit einem Mann geschlafen, doch selbst sie erkannte an der Form sofort, worum es sich handelte.

Fiona zeigte plötzlich mit dem Finger auf Olesya.

„Ich habe es aus Olesyas Zimmer geholt.“

Xavier starrte seine Frau fassungslos an. In seinen Augen flackerte unterdrückter Zorn auf.

Hatte er mit seiner Warnung tatsächlich ins Schwarze getroffen?

Offenbar war seine Frau so unbefriedigt, dass sie inzwischen sogar solche Dinge benutzte.

Sein männlicher Stolz verkraftete diesen Gedanken nicht.

Er riss Fiona das Spielzeug aus der Hand. Scham und Wut schossen gleichzeitig in ihm hoch.

„Olesya, hast du es wirklich so nötig?“

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