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Author: CHI3
last update publish date: 2026-05-27 19:13:24

JACKSON POV

                             

Das widerliche Krachen des Aufpralls schnitt durch die Luft. Mein Atem stockte, als ich versuchte zu begreifen, was gerade passiert war.

Währenddessen hielt das Auto nicht einmal an. Es beschleunigte einfach weiter und die Rücklichter verschwanden im Sturm, als wäre es nie dort gewesen.

Hatte ich gerade Fahrerflucht mit angesehen?

Für einen Moment stand ich einfach nur da, wie eingefroren. Mein Gehirn kämpfte noch immer damit, alles zu verarbeiten. Ist das wirklich—?

Ja. Ja, ist es.

Ich riss mich zusammen und rannte los.

Meine Stiefel rutschten auf dem Eis weg und ich wäre beinahe hingefallen, doch ich fing mich gerade noch rechtzeitig. Die Person lag regungslos mit dem Gesicht nach unten im Schnee.

Oh Gott. Oh Gott, oh Gott.

„Hey!“ rief ich, mein Herz raste in meiner Brust. „Können Sie mich hören?“

Ich ließ mich neben ihm auf die Knie fallen—es war ein Mann, aber er bewegte sich nicht und reagierte nicht, während sich langsam eine dunkle Blutlache im Schnee um ihn herum ausbreitete.

Das sah schlimm aus.

Das sah wirklich, wirklich schlimm aus.

Ich hatte einen grundlegenden Erste-Hilfe-Kurs gemacht, damals in dem Sommer, als ich freiwillig im Gemeindezentrum gearbeitet hatte, aber das hier ging weit über alles hinaus, womit ich umgehen konnte.

Mein Atem wurde schneller und meine Hände zitterten so stark, dass ich mein Handy kaum aus der Tasche bekam.

Ich musste den Notruf wählen. Ich fummelte hektisch am Bildschirm herum, meine Finger taub, kaum in der Lage, das Handy richtig festzuhalten. Kein Empfang.

Mein Magen sackte nach unten.

„Nein, nein.“ Panisch versuchte ich es erneut, aber wieder nichts. Der Sturm musste die Funkmasten lahmgelegt haben.

Ich blickte mich wild um. Die Straßen waren völlig verlassen. Jeder Laden war geschlossen, jedes Fenster dunkel und das nächste Krankenhaus war kilometerweit entfernt. Keine Autos, keine Menschen, nichts außer Schnee, Wind und diesem Mann, der hilflos am Straßenrand verblutete.

Er brauchte Hilfe und im Moment war ich der Einzige, der ihm helfen konnte. Ich schloss die Augen und atmete tief durch, versuchte irgendeine innere Stärke hervorzuholen. Vorsichtig drehte ich den Mann um, damit ich ihn unter den Schultern greifen konnte—und blieb wie verzaubert stehen.

Selbst bewusstlos und mit Schnee bedeckt war dieser Mann… auffällig. Das war das einzige Wort dafür. Blasse Haut, markante Gesichtszüge, schwarzes, dichtes Haar, verklebt von Blut und schmelzendem Frost.

Er sah aus, als würde er eher in irgendein Gemälde gehören als verletzt mitten während eines Schneesturms auf der Straße zu liegen.

Und seine Kleidung ergab überhaupt keinen Sinn. Er trug ein dünnes Leinenhemd und eine dunkle Hose. Keinen Mantel, keine Handschuhe, nichts, das auch nur ansatzweise für den Winter geeignet gewesen wäre.

Aber selbst dann war er atemberaubend… sogar als Typ.

„Konzentrier dich, Jackson!“ schimpfte ich mit mir selbst, stopfte mein Handy zurück in die Tasche und riss mir den Schal vom Hals. Ich drückte ihn fest gegen die Platzwunde an seiner Schläfe, um den Blutfluss zu stoppen.

Während ich den Schal um seinen Kopf band, konnte ich nicht anders, als zu bemerken, wie kalt er war—seine Haut war buchstäblich eiskalt und ich war mir verdammt sicher, dass das nicht nur am Schnee lag.

Sofort kam mir das Schlimmste in den Sinn und ich legte zwei Finger an seinen Hals. „Bitte sei okay, bitte sei okay“, murmelte ich leise vor mich hin und Erleichterung durchströmte mich, als ich einen schwachen Puls spürte.

Ich schob meine Arme unter seine Schultern und Gott, war er schwer… wobei man von einer bewusstlosen Person wohl kaum etwas anderes erwarten konnte. Ich war nicht stark, aber Adrenalin war eine verrückte Sache.

Ich konnte ihn nicht draußen erfrieren lassen, während ich auf Hilfe wartete, die vielleicht nie kommen würde. Ich musste ihn reinbringen, ihn aufwärmen, die Blutung stoppen und den Rest später herausfinden.

Irgendwie schaffte ich es, ihn hochzuziehen und über meine Schulter zu legen—im Grunde wie bei diesem Feuerwehrgriff, den ich nur aus Filmen kannte—und gleichzeitig hielt ich immer noch die Einkaufstüte fest.

Meine Beine gaben beinahe nach. Mein Rücken schrie vor Schmerz, aber ich zwang mich weiterzugehen.

Zwei Häuserblocks hatten sich noch nie weiter entfernt angefühlt.

Jeder Schritt war eine Qual, meine Muskeln zitterten und meine Lungen brannten. Das Blut des Mannes sickerte durch meinen Mantel, warm gegen meine Schulter, bevor der Wind die Wärme wieder forttrug.

Ich hoffte einfach, dass der Weihnachtsmann das hier sah.

Nach mehreren qualvollen Minuten konnte ich endlich mein Gebäude durch den dichten Schneefall erkennen—das umgebaute Haus, aufgeteilt in vier kleinere Wohnungen, dessen blasse weiße Farbe beinahe mit dem Schnee verschmolz.

Meine Wohnung lag im zweiten Stock und ich hätte vor Erleichterung fast weinen können.

Ich kämpfte mich weiter voran und schleifte ihn praktisch die Treppe hinauf. Als wir die Haustür erreichten, musste ich ihn kurz absetzen, um meine Schlüssel zu finden. Ich lehnte ihn gegen mich, während ich mit steifen Fingern in meinen Taschen herumkramte.

„Komm schon, wo ist er?“ murmelte ich frustriert, bis ich ihn endlich in einer meiner Taschen spürte. Da. Ich schloss die Tür auf und zog den Mann halb tragend, halb schleifend hinein, bevor ich ihn vorsichtig auf das Sofa sinken ließ.

Einen Moment lang blieb ich einfach stehen und schwankte leicht, mein ganzer Körper zitterte. Mein Mantel war vollkommen durchnässt von geschmolzenem Schnee und Blut. Meine Hände bebten so stark, dass ich meine Finger kaum bewegen konnte, aber ich war dankbar für die Wärme, die uns nun umgab.

Und dafür, dass er endlich drinnen war.

Richtig.

Ich legte meinen Mantel ab und stolperte ins Badezimmer, wo ich mein Erste-Hilfe-Set unter dem Waschbecken hervorholte und einen Stapel sauberer Handtücher griff. Ich musste mich beeilen.

Als ich ins Wohnzimmer zurückkam, ließ ich mich neben dem Sofa auf die Knie fallen. Er war immer noch bewusstlos, aber seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Das war immerhin etwas.

Ich zog meinen blutdurchtränkten Schal von der Wunde an seiner Schläfe weg. Vorsichtig strich ich sein Haar zur Seite,

griff nach einem sauberen Handtuch—

Und erstarrte.

Ich starrte nach unten und blinzelte, als die Erkenntnis mich traf.

Die Blutung hatte aufgehört.

Mir stockte der Atem und ich taumelte zurück. „Was?“ brachte ich vollkommen schockiert hervor.

Fing ich etwa an, mir Dinge einzubilden? Die Wunde war groß und tief gewesen… ich hatte sie gesehen und jetzt war da nichts mehr?

Schluckend beugte ich mich näher, mein Herz zitterte vor Unglauben und Verwirrung. Meine Finger schoben einen Teil seines dunklen Haares von seiner Stirn zurück. Die Haut darunter war makellos, nicht einmal eine Narbe war zu sehen. Als wäre er nie verletzt gewesen.

„Was zur Hölle?“

Das war unmöglich. Menschen wurden nicht einfach von Autos angefahren, erlitten schwere Verletzungen und waren wenige Minuten später völlig in Ordnung. Wunden heilten nicht einfach von selbst. Ich hatte gesehen, wie das Blut in den Schnee gesickert war, in meinen Schal, meinen Mantel.

Meine Augenbrauen zogen sich zusammen, während ich versuchte, irgendeinen Sinn darin zu erkennen. Ich war nicht verrückt. Ich streckte erneut die Hand aus, überzeugt davon, dass die Wunde auftauchen würde, wenn ich nur genauer hinsah und ich sie vor Panik einfach übersehen hatte.

Aber bevor meine Finger überhaupt seine Haut berühren konnten—

Rissen seine Augen auf.

Sie waren eisblau. Durchdringende, blassblaue Augen, die mich an Gletscher erinnerten und für einen winzigen Moment—so kurz, dass ich dachte, ich hätte es mir eingebildet—leuchteten sie golden auf.

Seine Hand schoss mit unmöglicher Geschwindigkeit hervor und schloss sich wie ein eiserner Griff um mein Handgelenk.

Ich konnte mich nicht bewegen. Ich konnte nichts anderes tun, als in diese Augen zu starren, während ein einziger Gedanke durch meinen geschockten Verstand hallte:

Was zur Hölle hatte ich da in mein Zuhause gebracht?

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