Vom Vertrag des Alpha beansprucht

Vom Vertrag des Alpha beansprucht

last updateHuling Na-update : 2026-06-29
By:  Terry Sterling In-update ngayon lang
Language: Deutsch
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Elena Moore glaubte, sie hätte die brutale Welt der Werwolfpolitik hinter sich gelassen, als sie mit achtzehn aus ihrem Rudel floh. Unter Menschen lebte sie ein stilles Leben als Bibliothekarin, verbarg ihre Wolfsnatur und tat so, als sei sie gewöhnlich. Doch als ihr entfremdeter Vater, der Alpha des Midnight-Shadow-Rudels, unerwartet stirbt, wird sie in eine Welt zurückgezerrt, die sie verabscheut. Um sein Vermächtnis zu sichern, war der letzte Wille ihres Vaters ein bindender Vertrag: Elena muss den neuen Alpha heiraten, den rücksichtslosen und kaltherzigen Kael Vance. Der Vertrag ist wasserdicht, wird durch alte Magie durchgesetzt und lässt ihr keine andere Wahl, als seine Gefährtin zu werden. Gezwungen, mit einem Mann zu leben, der sie nur als Schachfigur betrachtet, muss Elena sich in einem gefährlichen Rudel voller Geheimnisse, Verrat und einer schwelenden Rebellion zurechtfinden. Doch Kael ist nicht, was er zu sein scheint. Hinter seiner eisigen Fassade verbirgt sich ein Wolf, gezeichnet von einer schmerzhaften Vergangenheit und mit einer gefährlichen Macht, die sie alle retten oder vernichten könnte. In einer Welt, in der Loyalität gekauft wird und Liebe eine Schwäche ist, müssen Elena und Kael entscheiden, ob ihr Vertrag ein Käfig ist oder der Schlüssel zu einem Schicksal, das sich keiner von beiden je hätte vorstellen können.

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Kabanata 1

DER BRIEF AUS DER VERGANGENHEIT

KAPITEL EINS

Der Duft von altem Papier und Staub war Elenas Moores Zuflucht. Hier, in der stillen Nische der Willow Creek Public Library, war sie weder eine Ausreißerin noch ein Versager. Sie war einfach nur eine Bibliothekarin, eine Hüterin von Geschichten.

Sechs Jahre waren vergangen, seit sie das Midnight-Shadow-Rudel verlassen hatte. Sechs Jahre, seit ihr Vater, Alpha Marcus Moore, sie mit kalter Enttäuschung angesehen und sie eine Schande genannt hatte. Sechs Jahre, seit sie sich zum ersten und letzten Mal verwandelt hatte, ihr Körper sich in einen kränklichen, halb geformten Wolf verzerrte, der seine Gestalt nicht halten konnte. Sie hatte sich den grausamen Ruf des defekten Jungtiers eingehandelt und war noch in derselben Nacht geflohen.

Sie fand Zuflucht in der Menschenwelt, bekam eine falsche Identität, einen Job und ein Leben. Sie unterdrückte ihren Wolf so tief, dass sie ihn die meiste Zeit vergessen konnte. Sie war Elena, die stille Bibliothekarin. Es war ein kleines, sicheres Leben. Es war genug.

Ein sanftes Klingeln lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sich. Mrs. Henderson, die ältere Leiterin der Bibliothek, winkte mit einem großen cremefarbenen Umschlag. „Elena, Liebes! Das ist für dich. Sehr vornehm.“

Elenas Herz setzte einen Schlag aus. Sie ging hinüber, ihre Hände zitterten, als sie den Umschlag entgegennahm. Er war mit einem Wappen geprägt, das sie seit sechs Jahren nicht mehr gesehen hatte und doch überall erkennen würde. Ein silberner Wolfskopf, der zu einem Halbmond heulte, umgeben von dornigen Ranken. Das Wappen des Midnight-Shadow-Rudels.

Ihr Blut wurde zu Eis. Im Pausenraum riss sie ihn mit zitternden Händen auf.

Der Brief stammte von Whitmore und Whitmore, den Rechtsvertretern des Rudels. Er teilte ihr mit, dass ihr Vater, Alpha Marcus Moore, tot sei. Er war vor zwei Wochen gestorben. Als Todesursache war ein Jagdunfall angegeben, aber sie wusste, dass es in einem Werwolf-Rudel keine Unfälle gab. Der Brief verlangte, dass sie ins Rudelgebiet zurückkehre, um den Nachlass zu regeln. Wenn sie das nicht tue, verliere sie jeden Anspruch auf das Erbe.

Elena starrte auf den Brief, während sich eine Betäubung in ihr ausbreitete. Ihr Vater war tot. Der Mann, der sie zurückgewiesen hatte, war verschwunden. Sie zerknüllte das Papier in ihrer Faust. Sie hatte nicht die Absicht zurückzugehen. Sie hatte nichts zu erben.

Doch ihr Wolf regte sich und heulte vor tiefem, urzeitlichem Schmerz. Es war der Ruf der Heimat, die Sehnsucht nach dem Land, nach dem Rudel, nach Zugehörigkeit. Sechs Jahre lang hatte sie Mauern errichtet, doch sie zerfielen. Die Vergangenheit war eine Leine, die sie gerade wieder zurückgezerrt hatte.

In jener Nacht konnte sie nicht schlafen. Ihre Träume waren zerrissen und gewalttätig. Sie war wieder ein Kind, stand im Trainingshof. Das Gesicht ihres Vaters war eine Maske kalter Wut. Die anderen Kinder lachten, als sie zusammenbrach, ein armseliges halb geformtes Wesen. Sie war ein Freak. Sie war wertlos.

Am nächsten Tag meldete sie sich krank. Sie verbrachte den Tag wie benommen, mit den Gedanken ganz woanders. Sie spürte den Sog, eine unsichtbare Verbindung, die sie mit dem Rudelgebiet verband. Die Bindung des Wolfs lag in ihrem Blut, in ihren Knochen. Sie hatte versucht, sie zu durchtrennen, aber es war unmöglich.

In jener Nacht traf sie ihre Entscheidung. Sie würde zurückgehen. Nicht für ihren Vater. Nicht wegen eines Erbes. Für sich selbst. Um dieses Kapitel ihres Lebens endlich abzuschließen. Um ihnen zu zeigen, dass sie nicht mehr das schwache, zerbrochene Ding war, an das sie sich erinnerten.

Die Fahrt dauerte zwei Tage. Als sie die unsichtbare Grenze zum Rudelgebiet überquerte, lief ihr ein Schauer über den Rücken. Die Luft war schwerer, die Energie lebendiger. Die Bäume waren alt und knorrig, ihre Äste griffen wie knöcherne Finger in die Luft. Ihr Wolf regte sich und heulte vor Angst und Wiedererkennen. Sie war zurück.

Das Anwesen war ein weitläufiges gotisches Herrenhaus aus dunklem Stein, mit hohen Türmen und unzähligen Fenstern. Es war so einschüchternd, wie sie es in Erinnerung hatte. Sie parkte ihren ramponierten Sedan in der kreisförmigen Auffahrt, richtete sich auf und ging auf die massive Eichenholztür zu. Sie spürte Blicke aus jedem Fenster. Das Flüstern begann, vom Wind getragen. Das defekte Jungtier ist zurück. Sie ist nicht willkommen.

Ein großer Sicherheitsmann mit Narbe öffnete die Tür. „Nennen Sie Ihr Anliegen“, knurrte er.

„Ich bin Elena Moore“, sagte sie mit fester Stimme. „Ich bin wegen des Nachlasses meines Vaters hier.“

Er drehte sich um und ging ins Herrenhaus hinein, die Tür offen lassend. Sie folgte ihm.

Das Innere war noch imposanter. Hohe Gewölbedecken, dunkle Holzvertäfelung, eine große Treppe, die sich nach oben wand. Die Luft roch nach teurem Leder und altem Holz. Es roch nach Macht.

Er führte sie in ein großes Arbeitszimmer. Hinter einem massiven Mahagonitisch saß ein Mann. Er war jung, vielleicht Ende zwanzig, gebaut wie ein Krieger. Sein Haar war pechschwarz, und seine Augen hatten ein auffallendes Silber, wie Eis.

Er war der schönste Mann, den sie je gesehen hatte. Doch in seinem Blick lag keine Wärme. Nur kalte, raubtierhafte Berechnung.

„Ich bin Kael Vance“, sagte er mit einer Stimme wie Kies und Seide. „Willkommen im Midnight-Shadow-Rudel.“

Elenas Herz pochte. Sie spürte die Alpha-Kraft, die von ihm ausging. Ihr Wolf wich eingeschüchtert zurück.

„Ich habe einen Brief erhalten“, sagte sie.

„Ja“, sagte er und schob ein dickes Dokument über den Tisch. „Das Testament Ihres Vaters. Es erfordert Ihre sofortige Aufmerksamkeit.“

Sie öffnete es mit zitternden Händen. Sie überflog die juristische Sprache, die Vermächtnisse, die Besitztümer. Sie wurde nicht erwähnt. Es gab kein Erbe für sie. Doch dann las sie die letzte Klausel. Die, die ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Ihr Vater hatte sie, seine einzige lebende Erbin, an den neuen Alpha gebunden. Ein Heiratsvertrag. Ein Gefährtenvertrag. Darin stand, dass Elena Moore zur Luna des Midnight-Shadow-Rudels und zur Gefährtin von Alpha Kael Vance werden sollte.

Es war magisch und unauflöslich. Wenn sie sich weigerte, würde man ihr den Wolf nehmen. Sie würde menschlich werden, ein Schicksal schlimmer als der Tod.

„Ist das ein Witz?“, flüsterte sie.

„Kein Witz“, sagte Kael. „Ihr Vater hat mit meinem Vorgänger einen Deal gemacht. Der Vertrag ging auf mich über. Er ist legal, bindend und wasserdicht.“

„Das ist Wahnsinn“, brachte sie hervor. „Ich will das nicht. Ich bin gekommen, um meinen Vater zu begraben, nicht um einen Fremden zu heiraten.“

„Sie haben keine Wahl“, sagte er hart. „Sie werden meine Luna sein. Das ist Ihre Pflicht.“

„Ich habe kein Schicksal!“, schrie sie. „Ich will Ihr Rudel nicht. Ich will Sie nicht!“

Kael erhob sich. Er war über einen Meter achtzig groß. Er kam um den Tisch herum und blieb nur Zentimeter vor ihr stehen. Sein Duft nach Kiefer, Moschus und Wildheit umhüllte sie. Ihr Wolf regte sich verräterisch.

„Glauben Sie, ich will das?“, knurrte er. „Ein Wolf, der sich nicht einmal verwandeln kann? Sie sind ein Risiko. Eine Schwäche.“

Seine Worte waren wie ein Messer in ihrem Herzen. Die alten Wunden rissen wieder auf.

„Dann lassen Sie mich gehen“, flehte sie. „Brechen Sie den Vertrag.“

„So einfach ist es nicht“, sagte er. „Wenn Sie sich weigern, wird Ihnen Ihr Wolf genommen. Sie würden altern und sterben wie ein Mensch. Ist das, was Sie wollen?“

Eine grausame Wahl. Ein Leben gefangen in einer Welt, die sie hasste, oder ein langsamer Tod.

Kael zog einen kunstvollen silbernen Dolch aus seiner Schublade. Die Runen auf der Klinge schimmerten magisch.

„Unterschreiben Sie mit Blut“, sagte er. „Nur so wird die Magie besiegelt.“

Sie nahm den Dolch. Er war kalt und schwer. Sie schnitt sich leicht in die Handfläche und drückte sie dann auf den Vertrag. Das Papier sog ihr Blut auf. Die Symbole flammten weiß auf und erloschen wieder. Ein kalter Schauer zog durch ihren Körper. Es war vollbracht. Sie war gebunden.

Sie ließ den Dolch fallen und stolperte zurück, die Kraft aus ihrem Körper gewichen. Sie war Kael Vances Gefährtin. Sie war die Luna. Sie war eine Gefangene.

„Es ist vollbracht“, sagte Kael. „Sie gehören jetzt mir.“

Eine Träne rann ihr über die Wange. Sie war erschöpft, gebrochen, gefangen. Sie hatte versucht, dem Schatten ihres Vaters zu entkommen, aber er war länger, als sie je hätte fliehen können.

„Willkommen zu Hause, Luna“, sagte Kael ohne Wärme.

Er ging zur Tür. „Sie werden zu Ihren Gemächern gebracht. Ruhen Sie sich aus. Das Rudel ist nicht für seine Gastfreundschaft bekannt.“

Die Türen fielen hinter ihm mit einem Knall ins Schloss. Sie war allein in einem kalten, dunklen Herrenhaus, umgeben von Wölfen, die sie als Last betrachteten. Ihr Leben war vorbei.

Sie blickte auf den blutigen Vertrag. Das Wolfswappen verhöhnte sie. Sie war die Luna. Sie war die Gefährtin des Alphas. Sie war Eigentum des Rudels.

Zum ersten Mal seit sechs Jahren war sie wahrhaftig, tief und vollkommen allein.

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