Wenn seine Geliebte flieht

Wenn seine Geliebte flieht

By:  Soja PurUpdated just now
Language: Deutsch
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Sofia Sommer war drei Jahre lang Vincent Adlers Geliebte gewesen. Sie wusste nur zu gut, wie ungezähmt dieser Mann hinter seiner kultivierten Fassade war. Ein Zufall hatte ihr gezeigt, was wirklich in ihm steckte. Von da an wollte Sofia nur noch weg von ihm. Doch Vincent Adler ließ sie nicht gehen. * Um sich endgültig von ihm zu lösen, folgte Sofia dem Rat ihrer Freundin und griff zu drastischen Mitteln. Vincent zog sich zurück. Genau wie geplant. Zumindest dachte sie das. Bis zu dem Tag, an dem sie mit ihrem Verlobten zurückkam und Vincent sie in einem Nebenraum abfing. Er drängte sie gegen die Wand, beugte sich zu ihr hinunter und streiften mit seinen Zähnen ihr Ohr. „Warst du nicht diejenige, die auf meiner Hochzeit sterben wollte, wenn du nicht die Braut bist?“ „Und jetzt kommst du als meine Schwägerin zurück?“ Sofia sagte nichts. Für Sofia hatte es zwischen Vincent und ihr nie mehr als einen Handel gegeben. Doch als Schnee die Straßen blockierte, war er es, der trotz der Gefahr kam, um sie abzuholen. Als sie in einen Skandal geriet und alle sie verurteilten, war er der Einzige, der ihr glaubte. * Vincent Adler hatte Sofia Sommer einst verachtet, gedemütigt und verletzt. Doch am Ende war sie die Einzige, vor der er sich beugte. Von Sofia konnte er den Blick nicht mehr abwenden.

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Chapter 1

Kapitel 1

Als Sofia Sommer erfuhr, dass Vincent Adler sich verloben wollte, war die Luft im Zimmer warm und feucht.

Sie wollte gerade noch einmal auf die Meldung auf ihrem Handy sehen, da schien der Mann ihre Ablenkung bereits bemerkt zu haben.

Vincent war schon immer anspruchsvoll. Jedes Mal musste sie sich ganz auf ihn einlassen.

Sofia zwang ihre Gedanken zurück, schob das Handy unter das Kissen, legte die Arme um seinen Nacken und sagte atemlos: „So ist es unangenehm.“

Ihre schönen Augen glänzten feucht. Ihr Blick war weich, benommen und verführerisch.

Auch ihre Stimme klang sanft, beinahe wie ein leises Schmollen.

Vincent kniff die dunklen Augen leicht zusammen. In seinem Blick regte sich etwas Gefährliches.

Erst um zwei Uhr morgens wurde es im Zimmer still.

Sofia lag auf dem Bauch im Bett, zog ihr Handy hervor und öffnete es. Inzwischen berichteten sämtliche Plattformen über die bevorstehende Verlobung des Chefs der Adler-Gruppe mit der Erbin der Berger-Gruppe.

Offenbar war sie die Letzte, die davon erfuhr.

Ein paar Minuten später verstummte das Wasser im Bad. Vincent kam heraus.

Sofia drehte den Kopf und sah ihn ohne jede Scheu an.

Breite Schultern, schmale Taille, klar gezeichnete Bauchmuskeln und diese scharfe Linie unterhalb des Beckens. Dazu dieses makellose Gesicht. Ganz gleich, aus welchem Blickwinkel man ihn betrachtete, er war ein Mann, bei dem man kaum Fehler fand.

Vincent nahm das frische Hemd und zog es an. Knopf für Knopf schloss er es vom Saum bis zum Kragen und verbarg alles, was eben noch offen vor ihr gelegen hatte.

Jedes Mal, wenn Vincent wieder so ordentlich und unnahbar vor ihr stand, fand Sofia es beinahe lächerlich. Vor zehn Minuten war er noch ein ganz anderer Mensch gewesen.

Trotzdem hielten alle ihn für kühl, beherrscht und frei von jeder Begierde.

Vincent war fertig angezogen. Erst jetzt sah er sie an. Seine Stimme war wieder kühl.

„Ich komme nächste Woche nicht.“

Fast gleichzeitig sagte Sofia: „Wir sollten Schluss machen. Der Mann, den ich mag, kommt zurück nach Deutschland.“

Ihre Stimmen überschnitten sich. Dann wurde es im Zimmer wieder still.

Totenstill.

Vincents Brauen zogen sich zusammen. Die Luft um ihn herum schien kälter zu werden.

„Sag das noch mal.“

Sofia lächelte ihn unschuldig an, richtete sich langsam auf und wiederholte: „Ich habe gesagt, der Mann, den ich mag, kommt zurück. Es ist Zeit, dass wir diese Beziehung beenden.“

Vincent hob die Hand und fasste sie am Kinn. Seine dunklen Augen verengten sich gefährlich.

„Sofia Sommer, was bin ich für dich?“

Als Sofia merkte, dass er wütend wurde, gab sie sich sofort versöhnlich.

„Natürlich mein großzügiger Gönner. Das war doch von Anfang an so abgesprochen, oder? Körperlich, nicht emotional. Beide Seiten dürfen diesen Handel jederzeit beenden. Außerdem haben wir drei Jahre lang ziemlich gut funktioniert. Dein Geld war also nicht schlecht angelegt, oder?“

Vincent sah sie lange an, schwer und schweigend.

Sofia deutete auf die Uhr und erinnerte ihn: „Du hast Feierabend ... nein, du solltest gehen.“

Kälte trat in Vincents Augen. Seine Hand legte sich fest um ihre Taille.

Vincent war vielleicht kein guter Mensch, aber bisher war er immer nur dann zu ihr gekommen, wenn ihm danach war. Bei solchen Dingen kam es vor allem auf ein stilles Einverständnis an. Wenn einer sich dabei nicht wohlfühlte, hatte der andere am Ende auch nichts davon.

Doch jetzt ...

Sofia wusste, dass sie sein Geld genommen hatte. Also musste sie ihn auch gewähren lassen. Viel zu sagen hatte sie nicht. Selbst als es wehtat, biss sie die Zähne zusammen und blieb still.

Der teure Stoff von Vincents Hemd rieb über ihren glatten Rücken. Seine klar geschnittenen Hände taten Dinge, die so gar nicht zu seinem anständigen Äußeren passten.

Seine schmalen Lippen streiften ihr Ohr. Seine Stimme war tief, beinahe zärtlich.

„Weiß der Mann, den du magst, dass du drei Jahre lang in meinem Bett warst?“

Doch seine Worte klangen wie das Flüstern eines Dämons.

Sofia wusste, dass er sie absichtlich demütigte.

Und es traf sie.

Ihr Atem veränderte sich deutlich.

Vincent lachte kalt.

„Also gefällt dir das.“

Sofia vergrub das Gesicht in der Decke und versuchte, ihren Atem zu beruhigen, damit es erträglicher wurde.

Eine Weile später ließ Vincent sie achtlos zur Seite sinken, zog ein paar Feuchttücher vom Nachttisch und machte sich ruhig und gründlich sauber.

Dann hörte Sofia ihn sagen: „Ich wollte dir eigentlich drei Millionen geben. Aber offenbar brauchst du sie jetzt nicht mehr.“

Damit wandte er sich ab und ging mit großen Schritten hinaus.

Erst als die Tür ins Schloss fiel, stand Sofia langsam auf und ging ins Bad.

Ein wenig schade fand sie es schon. Aber sie hatte immer daran geglaubt, dass man nur so viel bekommen sollte, wie man auch verdient hatte. Sie fürchtete, am Ende dafür büßen zu müssen, wenn sie diese dreißig Millionen annahm.

Außerdem hatte sie in diesen Jahren schon genug Geld von Vincent bekommen.

Sofia duschte die Müdigkeit von sich ab. Als sie wieder herauskam, war sie immer noch zerstreut.

...

Sie hatte Vincent vor drei Jahren kennengelernt.

Damals arbeitete sie nebenbei in einem exklusiven Club. Einer der Gäste belästigte sie immer wieder.

Als sie kündigen wollte, hatte genau dieser Gast ihr etwas ins Getränk gemischt.

Sofia wusste nicht mehr, wie sie entkommen war. Als sie die Augen öffnete, lag sie in Vincents Bett.

Vincent war bereits angezogen. Kühl, zurückhaltend und mit einer Selbstverständlichkeit, die nur Menschen hatten, die nie um etwas bitten mussten.

Er fragte ruhig: „Zweihunderttausend Euro, oder du bleibst bei mir?“

Sofia hatte sich damals gedemütigt gefühlt. Aber was änderte das noch? Ihr Stolz war keine Zweihunderttausend wert.

Vor allem brauchte sie Geld.

So ein Angebot fiel einem nicht jeden Tag vor die Füße.

Sie fragte: „Wie viel bekomme ich, wenn ich bei dir bleibe?“

Der Mann verzog spöttisch den Mund, als hätte er ihre Antwort längst erwartet. Seine Stimme wurde noch kühler.

„Zweihunderttausend. Im Monat.“

Sofia sagte sofort zu: „In Ordnung, Chef.“

So wurde Sofia drei Jahre lang seine Geliebte.

Vincent kam im Grunde einmal pro Woche zu ihr. Für Sofia war es fast wie ein Nebenjob am Wochenende.

Abgesehen davon hatten sie nichts miteinander zu tun.

Sofia fand, dass sie als Bettgefährtin ausgesprochen zuverlässig war.

Sobald sie aus seinem Bett stieg, war sie still wie ein Geist. Keine Fragen, keine Nachrichten, keine Ansprüche.

Für Zweihunderttausend im Monat bekam Vincent wirklich ein Rundum-sorglos-Paket.

Sofia riss sich aus ihren Gedanken und packte ein paar Dinge zusammen.

Sie wohnte nicht hier. Sie kam nur her, wenn Vincent sie erwartete.

Sie zog ihren Mantel an und war gerade an der Tür, als ihr Handy klingelte. Die aufgeregte Stimme ihrer Freundin kam aus dem Lautsprecher:

„Sofia, ich habe gehört, Jonas Keller kommt zurück nach Deutschland!“

Ihre Tasche rutschte ihr aus der Hand und fiel zu Boden.

Ihre Freundin redete weiter, doch Sofia hörte nur noch Rauschen. Ihre Brust zog sich zusammen.

Vor einer halben Stunde hatte sie Vincent es nur hingeworfen, um ihn loszuwerden. Doch ausgerechnet diese Ausrede wurde plötzlich wahr.

Jonas Keller.

Der Mann, den sie so lange gemocht hatte.

Der Mensch, der in ihrer Erinnerung immer makellos geblieben war.

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