Ihr Kind, seine Zwillinge – ich verließ
An dem Tag, als die sterbende erste Liebe meines Mannes ihr Kind zur Welt brachte, postierte sein Vater, der Don der Lupo-Familie, zehn bewaffnete Männer vor meiner Tür.
Sie waren in höchster Alarmbereitschaft, in panischer Angst, ich könnte den Kreißsaal stürmen und die Geburt des ersten Erben der Lupo-Familie vereiteln.
Doch ich rührte nicht einmal die Tür an, nicht einmal, als das Geschrei des Neugeborenen durch den Flur hallte.
Lucas Mutter, die Donna der Familie, stieß einen langen Seufzer der Erleichterung aus, während ihre Hand die der Frau auf dem Krankenbett fest umklammert hielt.
„Bianca, wir sind hier. Diese unfruchtbare Stella wird weder dich noch meinen Enkel anrühren.“
Luca beugte sich vor und wischte Bianca sanft den kalten Schweiß von der Stirn. Zärtlichkeit lag in seinem Blick.
„Keine Sorge, Vater hat die gesamte Privatklinik abriegeln lassen. Sollte sie es wagen, Ärger zu machen, werde ich sie eigenhändig aus dem Familienregister streichen.“
Erst als er sich vergewissert hatte, dass ich nicht auftauchen würde, um Ärger zu machen, entspannte er sich endlich.
Er verstand es nicht. In seinen Augen beglich er lediglich eine Schuld – er gab einer sterbenden Frau ein Kind, das ihren Namen weitertrug, und half seiner ersten Liebe, ihren letzten Wunsch zu erfüllen.
Warum konnte ich nicht einfach anständig damit umgehen? Warum konnte ich nicht das große Ganze sehen?
Ein zufriedenes Lächeln spielte um Lucas Lippen, als er das in Windeln gehüllte Neugeborene betrachtete.
Er dachte sogar, wenn ich nur meinen Stolz hinunterschlucken, zugeben würde, dass ich im Unrecht war, und Bianca ein wenig Freundlichkeit entgegenbrächte, würde er mir meine bisherige Kälte vollständig verzeihen.
Er würde es wiedergutmachen, indem er mir sogar den leeren Titel der Kindesmutter anbot und mir erlaubte, meine Position als Frau des Unterbosses zu behalten.
Doch was er nicht wusste: Ich hatte die Scheidungspapiere, die mein Anwalt aufgesetzt hatte, bereits unterschrieben.
In einer Woche würde ich alle Bande zur Lupo-Familie kappen, die Zwillinge, die in mir heranwuchsen, mitnehmen und fortgehen. Wir würden uns nie wiedersehen, weder in diesem noch im nächsten Leben.