LOGINEr lässt es über meine Rippen gleiten, eine nach der anderen, zählt sie mit seiner tiefen Stimme. Über meine Hüfte, in mein Hohlkreuz, über die Rundung meines Gesäßes. Das kalte Wasser rinnt zwischen meine Schenkel, läuft über mein intimes Fleisch, und der Schock der Kälte auf diesem so heißen, so empfindlichen Teil entreißt mir ein vom Knebel ersticktes Stöhnen. — Ich habe nicht gesagt, dass du stöhnen darfst, murmelt er. Das Eis verschwindet. Der Würfel wird mit einem dumpfen Geräusch auf den Metalltisch gelegt. Die Stille kehrt zurück, und mit ihr die Strafe der Leere, der Abwesenheit, der Frustration. Ich lerne. Ich lerne, dass jede nicht autorisierte Reaktion mit Entzug bestraft wird. Dass das Vergnügen nur kommen wird, wenn er es beschließt, und keine Sekunde früher. Dann kehrt die Wärme zurück. Sein Mund, diesmal. Nur seine Lippen, leicht geöffnet, die von meinem Nacken meine Wirbelsäule
Stehend neben dem Holzbock, ein Glas in der Hand – derselbe Whisky, den er nie trinkt, dort gelassen wie ein Theater-Requisit. Er sieht mich eintreten, und sein Blick hat sich seit dem Vorabend verändert. Er ist intensiver, konzentrierter, brennender. Es liegt eine neue Entschlossenheit in seinen Augen, als wäre die erste Sitzung nur ein Vorspiel gewesen, und als begänne heute Abend der Ernst der Sache. — Komm her. Meister-Wort. Meister-Klang. Ich gehe bis zum Holzbock, meine nackten Füße empfindlich für die Unebenheiten des Steins. Er stellt sein Glas auf den Boden, in einer Geste, die etwas Rituelles, Unwiderrufliches hat. Dann nimmt er meine Handgelenke, eines nach dem anderen, und bindet sie an die oberen Riemen. Das Leder ist weich, aber sein Griff ist fest – eine Schnalle, zwei Schnallen, ein Knoten, den er mit fachkundiger Präzision festzieht, weder zu locker noch zu fest. Meine Arme sind über meinen Kopf erhoben, in
Blanche Die zweite Nacht in diesem Haus, und ich schlafe noch immer nicht. Das Zimmer ist schön, von einer nüchternen und eleganten Schönheit, die nichts dem Zufall verdankt. Leinenlaken von mineralischer Frische, die bei der geringsten Bewegung rascheln. Mit perlgrauem Samt bespannte Wände, die Licht und Schall absorbieren. Ein Strauß weißer Lilien auf der Mahagonikommode, ihre Blütenblätter von wächserner Blässe, ihr betörender Duft, der selbst nachts den Raum erfüllt. Ein vergoldeter Käfig, dessen Tür nicht abgeschlossen ist. Sie muss es nicht sein. Das Halsband genügt, um mich gefangen zu halten. Am Morgen stellt Madame Harlow ein silbernes Tablett auf den Nachttisch. Frische, gewürfelte Früchte, ein Hauch von goldenem Honig, dampfender Tee in einer Porzellankanne, ein winziges Croissant, das unter dem Zahn zerbröselt. Kein Fleisch, kein raffinierter Zucker, nichts, was Körper oder Geist beschweren k
Das Wort kommt diesmal leichter. Noch immer obszön, noch immer verboten, aber leichter. Wie eine Tür, die sich jedes Mal, wenn man sie aufstößt, ein bisschen weiter öffnet. Seine Hand zieht sich zurück. Die Kälte kehrt in Wellen an die Stelle zurück, wo seine Handfläche lag. Er kommt wieder vor mich, geht in die Hocke, sein Gesicht auf Höhe meines. Seine Augen sind nicht mehr kalt. Sie sind brennend jetzt, verkohlt vor Verlangen und etwas anderem – ein Riss, ein Sprung, eine Menschlichkeit, die er schlecht verbirgt und die mir den Atem raubt. — Steh auf. Ich gehorche. Meine Beine zittern, taub von der knienden Position, geschwächt von der Spannung. Ich schwanke, und seine Hand legt sich auf meinen Ellbogen, um mich zu stabilisieren. Fest. Warm. Erstaunlich beruhigend. Dann hebt er zwei Finger, legt sie auf meine Lippen. Eine einfache, gebieterische, schrecklich intime Geste
Das Wort ist eine Mauer. Eine Mauer aus Scham, Widerstand, Prinzipien. Ich bin Blanche Sterling. Journalistin. Feministin. Freie Frau. Ich bin keine Frau, die einen Mann auf einem Steinboden kniend "Daddy" nennt, nackt unter einem Seidentop, mit einem Lederhalsband um den Hals. Aber ich bin heute Abend nicht mehr Blanche Sterling. Blanche Sterling hat einen Vertrag unterschrieben, der vorsieht, dass ich diesen Mann mit dem von ihm gewählten Titel ansprechen muss. Blanche Sterling hat akzeptiert, eine Novizin zu sein, ein Ding, ein Territorium. Blanche Sterling existiert nicht mehr, für die nächsten dreißig Tage, außer als Ausdehnung des Willens dieses Mannes. Ich öffne die Augen. Er überragt mich, Schattenstatue, geduldig und unerbittlich. Sein Daumen streichelt den Rand meiner Unterlippe, eine fast zärtliche Geste, die heftig mit der Härte seines Blickes kontrastiert. Keine Drohung. Ein Warten. Eine stum
Ein massiver Stuhl aus dunklem Holz, mit hoher Rückenlehne wie ein mittelalterlicher Thron. Die Armlehnen sind breit, durch Gebrauch poliert. Die Füße sind mit Mustern beschnitzt, die ich nicht erkenne. Ein Stuhl, der scheinbar schon immer da war, der Teil des Steins, der Stille, des Halbdunkels zu sein scheint. Er steht neben dem Stuhl. Schwarzer Anzug, weißes Hemd, der Kragen offen über seinem kräftigen Hals. Dieselbe nüchterne Eleganz wie beim ersten Mal, dieselbe Aura absoluter Kontrolle. Er hält nichts in den Händen, macht keine Geste. Er wartet einfach, die Arme am Körper entlang, den Blick auf die Tür gerichtet, durch die ich gerade eingetreten bin. Auf mich. Er sagt nichts. Er mustert mich. Sein Blick geht von meinem zum Knoten hochgesteckten Haar aus, wandert meinen freigelegten Nacken hinab, verweilt auf dem schwarzen Lederhalsband, gleitet über meine Schultern, a







