LOGINDer Ozean ist frei, doch der Himmel brennt. Sechs Monate nach dem Fall der imperialen Marine wähnen sich Kian, Talisa, Silas und Captain Vane auf der Schwarzen Muräne in Sicherheit. Doch Admiralin Valerius hat den Ozean längst aufgegeben: Das Imperium erhebt sich in gigantischen, stählernen Himmels-Dreadnoughts in die Wolken, um die Welt von oben zu unterjochen. Als ein vernichtender Bombenangriff die Rebellen zwingt, mit ihrem Schiff tief unter das Wasser zu fliehen, beginnt ein beklemmender Überlebenskampf gegen den Druck der Tiefe und uralte Seeungeheuer. Ihre einzige Hoffnung finden sie in einer versunkenen Tempelruine der allerersten Leviathan-Reiter. Mit purer Magie, genialer Ingenieurskunst und dem tollkühnsten Plan, den Captain Vane je ersonnen hat, beschließt die Crew, sich nicht mehr zu verstecken. Sie kapern den imperialen Himmels-Dreadnought Ikarus. Ein atemloser Kampf über den Wolken entbrennt, der Kian an die absoluten Grenzen seiner Leviathan-Kräfte zwingt. Aus Gezeiten-Rebellen müssen Himmelspiraten werden, um die gnadenlose Armada der Wolken aufzuhalten. + Sidequest
View MoreDie goldenen Strahlen der sinkenden Abendsonne tauchten das Wolkenmeer in ein flammendes Orange. Doch so wunderschön der Anblick auch war – für Kian bedeutete er das Ende. Das majestätische Eis der gewaltigen Tragflächen begann zu weinen. Dicke Wassertropfen rannen über die saphirblauen Kristallstrukturen, die die entführte Ikarus und die darunter hängende Schwarze Muräne in der Luft hielten. Mit jedem geschmolzenen Zentimeter verlor das gewaltige Konstrukt an Auftrieb. Kian kniete auf dem polierten Messingboden der Kommandobrücke, die Augen fest geschlossen, die Hände zitternd ausgestreckt. Er spürte, wie ihm die Kontrolle entglitt. „Vane...“, presste er mühsam durch zusammengebissene Zähne. „Ich verliere sie. Das Eis bricht.“ „Halte durch, Junge! Nur noch eine Minute!“, brüllte Captain Vane und hängte sich mit seinem ganzen Körpergewicht an das Steuer
Der Höhenmesser auf der Kommandobrücke der Ikarus rotierte wie ein wild gewordener Kreisel rückwärts. Das ohrenbetäubende Heulen der Warnsirenen schnitt durch die Luft, während das gigantische Luftschiff rasant in Richtung des aufgewühlten Ozeans stürzte. Unter ihnen zerrte das schwere Gewicht der an die Enterketten gebundenen Schwarzen Muräne unerbittlich an dem sterbenden Dreadnought. „Der Kern blutet aus!“, brüllte Silas durch das Sprachrohr, seine Stimme überschlug sich vor Panik. „Wir haben keine Anti-Grav-Energie mehr! Vane, du musst die Winden kappen! Wir müssen die Muräne abwerfen, sonst zerschmettern wir alle auf dem Wasser!“ „Niemals!“, donnerte Captain Vane und stemmte sich mit aller Kraft gegen das Steuerrad, als könnte er das tonnenschwere Schiff allein mit seinen Muskeln in der Luft halten. „Ich habe mein Schiff schon einmal auf dem Riff liegen lassen! Ich tue
„Fesselt sie an das Kommandopult“, knurrte Vane, ohne den Blick von den gewaltigen Panoramafenstern der Brücke abzuwenden. Seine schwieligen Hände umklammerten das riesige Steuerrad der Ikarus. Er grinste wie ein kleiner Junge an seinem Geburtstag. „Und dann haltet euch gut fest. Dieses Biest steuert sich wie eine schwangere Seekuh im Sirup, aber sie hat Kraft!“ Talisa stieß Kommandantin Volta unsanft gegen eine der massiven Messingsäulen und zog ein paar dicke Kabel aus einer zerstörten Konsole, um ihr die Hände auf dem Rücken zu fesseln. Volta spuckte verächtlich auf den polierten Boden. „Ihr seid Narren. Selbst wenn ihr die Ikarus in die Luft kriegt – ihr habt den imperialen Luftraum verletzt. Wir sind nie allein unterwegs.“ Als hätte das Universum nur auf diesen Satz gewartet, heulten die ohrenbetäubenden Annäherungssirenen der Brücke auf. Der Radar
Captain Vane fackelte nicht lange. Er trat mit einem markerschütternden Brüllen gegen die rechte Stahltür mit der Aufschrift KOMMANDOBRÜCKE. KRAAACH! Die Verriegelung zersplitterte. Die massive Tür schwang auf und knallte gegen die Innenwand. Kian, Talisa und Vane stürmten mit gezogenen Waffen in das Allerheiligste der Ikarus. Silas blieb im Maschinenraum zurück, um die Leitungen für das riskante Abschlepp Manöver vorzubereiten. Die Brücke des Himmels-Dreadnoughts war das genaue Gegenteil des dröhnenden, öligen Maschinenraums. Es war ein heller, kreisrunder Raum, umgeben von riesigen Panoramafenstern aus dickem Panzerglas, die einen atemberaubenden Blick über die Wolkenmeere boten. Der Boden bestand aus poliertem Messing und tiefem, dunklem Holz. Überall zischten pneumatische Relais, und hunderte von goldenen Dials und Anzeigen überwachten den Flugstatus.&nbs
Es war ein perfekter Tag auf dem freien Ozean. Sechs Monate waren vergangen, seit das Welten-Herz den stählernen Griff des Imperiums um die Meere zerschmettert hatte. Die Schwarze Muräne glitt mit geblähten Segeln durch azurblaues Wasser, begleitet von einer Schule Delfine, die fröhlich um
Der goldene Energiestrahl der antiken Kanone verblasste, aber das Echo der Zerstörung hing noch immer schwer in der Luft. Über ihnen, jenseits der aufgerissenen Tempeldecke, brüllte das verwundete Ungetüm. Der Strahl hatte die Unterseite der Ikarus erwischt. Schwarzer, öliger Rauch quoll a
Das Grollen begann tief unter ihren Füßen, als würde der Ozean selbst wütend an die Steintore der Ruine pochen. Kian stand am Rand des trockenen Beckens, die Arme weit ausgebreitet, die Augen vor Anstrengung fest zusammengekniffen. Die saphirblauen Schuppen an seinem Hals leuchteten so intensiv,
Die blau leuchtende Bombe fiel mit einem grauenhaften Pfeifen aus den Wolken. Sie war so groß wie ein Rettungsboot, und das Licht, das von ihrer Spitze ausging, ließ die Luft um sie herum unnatürlich flimmern. „Sie ist zu schnell!“, schrie Silas und krallte sich an die Reling. „Der Sprengr






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