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Kapitel 219

Author: Léo
last update publish date: 2026-07-11 00:00:58

Die Nacht war lang gewesen. Sehr lang. Stéphane hatte nicht gut geschlafen. Er hatte sich im Bett hin und her gewälzt, die Bilder vom Vortag gingen ihm immer wieder im Kopf herum. Die Ohrfeige. Clarisses Worte. Ihr Blick voller Tränen. Ich hasse Sie.

Als der Morgen kam, stand er mit düsterer Laune auf. Er machte sich schnell fertig, zog einen schlichten Anzug an und griff nach seinem Telefon. Er wählte die Nummer von Monsieur Leblanc.

»Monsieur Leblanc? Stéphane Se
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  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 220

    Der Abend senkte sich langsam über die Stadt. Im Haus der Segarras herrschte friedliche Stimmung. Hélène saß im Wohnzimmer, ein Buch in der Hand. Robin blätterte in der Zeitung am Fenster. Chantelles Großmutter, in ihrem Sessel, sah mit halbem Blick fern.Da wurde das Programm von einem Sonderbericht unterbrochen.»Wir haben soeben erfahren, dass sich heute Nachmittag auf der Landstraße ein schwerer Autounfall ereignet hat. Nach ersten Informationen verlor das Fahrzeug die Kontrolle und prallte gegen einen Baum. Zwei Personen befanden sich im Wagen: ein Mann und eine Frau. Der Mann wurde anhand seiner Papiere identifiziert. Es handelt sich um Monsieur Stéphane Segarra, Interims-CEO der Wilkerson-Gruppe.«Hélène ließ ihr Buch fallen. Das dumpfe Geräusch des Romans, der auf das Parkett aufschlug, hallte durch die plötzliche Stille des Wohnzimmers.»Was? Das ist … das ist Stéphane?«Sie sprang auf, die Augen auf den Bildschirm gehe

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    Die Nacht war lang gewesen. Sehr lang. Stéphane hatte nicht gut geschlafen. Er hatte sich im Bett hin und her gewälzt, die Bilder vom Vortag gingen ihm immer wieder im Kopf herum. Die Ohrfeige. Clarisses Worte. Ihr Blick voller Tränen. Ich hasse Sie.Als der Morgen kam, stand er mit düsterer Laune auf. Er machte sich schnell fertig, zog einen schlichten Anzug an und griff nach seinem Telefon. Er wählte die Nummer von Monsieur Leblanc.»Monsieur Leblanc? Stéphane Segarra.«»Monsieur Segarra, guten Morgen. Was kann ich für Sie tun?«»Wir haben heute eine wichtige Besprechung. Die Koreaner sind angekommen. Wir müssen den Apex-Vertrag unterzeichnen. Sind Sie bereit?«»Ja, Monsieur. Alles ist bereit. Die Akten sind fertig, die Dokumente sind in Ordnung.«»Gut. Informieren Sie auch Mademoiselle Clarisse. Sie muss anwesend sein. Sie hat das Projekt von Anfang bis Ende betreut.«»Gut, Monsieur. Ich sage ihr sofort Besc

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    Die schwarze Limousine parkte vor dem Café. Stéphane stieg ohne ein Wort aus. Nathan blieb am Steuer, bereit einzugreifen, falls nötig.»Ich komme in ein paar Minuten zu dir«, sagte Stéphane.Nathan nickte. Stéphane überquerte die Straße und schob die Tür des Cafés auf. Ein Glöckchen bimmelte über seinem Kopf. Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen und entdeckte sofort Edmond, allein an einem Tisch im Hintergrund, einen Kaffee vor sich, in Gedanken versunken.Er trat näher und setzte sich ihm gegenüber, ohne eingeladen zu werden.Edmond sah auf und zuckte leicht zusammen. Er hatte nicht mit ihm gerechnet.»Segarra? Was tust du hier?«Stéphane sah ihm direkt in die Augen. Heute nannte er ihn nicht Monsieur Dumas.»Guten Morgen, Edmond.«Edmond zuckte zusammen. Dieses plötzliche Du, diese Vertrautheit – das war neu. Und beunruhigend.»Was willst du?«»Ich bin gekommen, um mit dir

  • Hundert Nächte mit der schwarzen Augenbinde   Kapitel 217

    Nathan griff nach seinem Telefon und wollte Stéphane von dem Geschehenen unterrichten. Er wählte die Nummer, aber es ging keiner ran. Er versuchte es erneut. Immer noch nichts. Er steckte sein Telefon weg, besorgt, und stieg wieder ins Auto.Clarisse ihrerseits fuhr mit dem Aufzug hinauf, das Herz raste. Die Türen schlossen sich. Sie war allein. Endlich allein.»Erstens hat Stéphane heute Morgen in meinem Leben herumgeschnüffelt. Er hat sich als mein Verlobter ausgegeben. Er hat alles über Manon herausgefunden. Und außerdem hat er Bernard hereingelegt. Er hat das Konto eingefroren. Und Bernard ist gekommen, um mich wegen ihm schon wieder vor aller Welt zu demütigen.«Sie ballte die Fäuste, die Wut kochte in ihren Adern.»Und noch vor Kurzem wollte er, dass wir neu anfangen. Dass wir uns die Hand geben. Dass wir so tun, als wäre nichts gewesen. Er weiß wirklich, wie man mit mir spielt. Er weiß wirklich, wie man Leute manipuliert.«

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    Clarisse hatte ein Taxi genommen. Dasselbe Taxi, das sie am Vortag herbeigewinkt hatte. Es setzte sie vor dem Turm des Wilkerson-Konzerns ab. Sie stieg fast rennend aus, das Herz klopfend, die Wut im Bauch. Sie hatte nur einen Gedanken: Stéphane Segarra finden und ihm die Meinung sagen.Aber sie wurde von einer Stimme unterbrochen, die sie rief.»Clarisse!«Sie blieb abrupt stehen. Diese Stimme. Sie kannte sie. Sie ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie drehte sich langsam um, und ihr Blut erstarrte.Bernard.Er kam mit schweren Schritten auf sie zu, das Gesicht von Wut verzerrt. Hinter ihm folgten zwei Männer mit bedrohlicher Erscheinung wie Schatten.Clarisse atmete tief durch. Sie blieb stehen, verschränkte die Arme und wartete, bis er da war. Sie würde nicht fliehen. Sie würde ihm diese Genugtuung nicht geben.Bernard erreichte sie, wütend, die Augen blutunterlaufen.»Also spielst du jetzt m

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    Stéphane fand Nathan im Flur wieder. Er hatte ein verschlossenes Gesicht, die Kiefer angespannt, aber es war sein Blick, der am meisten von seiner Verwirrung verriet. Etwas hatte sich verändert. Etwas war zerbrochen. Nathan richtete sich auf, als er ihn näher kommen sah. »Also, Monsieur? Was haben Sie herausgefunden?« Stéphane antwortete nicht sofort. Er sah sich um, als suche er einen Ausweg aus dem, was er gerade erfahren hatte. »Komm mit mir.« Sie verließen die Psychiatrie und durchquerten das Krankenhaus schweigend. Stéphane ging schnell, die Hände in den Taschen, den Blick starr nach vorne gerichtet. Nathan folgte ihm ohne Fragen. Sie erreichten den Parkplatz. Stéphane stieg auf den Rücksitz der Limousine. Nathan setzte sich ans Steuer und wartete. Ein langes Schweigen trat ein. Dann sprach Stéphane, die Stimme leise, fast erstickt. »Es tut mir

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