ログインValentinaEr dringt tiefer ein, langsam, ohne Eile, seine Augen in meine gebohrt. Ich sehe jede Nuance in seinem Gesicht: die Konzentration, den Genuss, die Macht. Er füllt mich vollständig aus, und dieses Gefühl der Fülle, der intimen Verletzung, ist erschütternd.— Sieh mich an, wiederholt er, keuchend. Wende die Augen nicht ab.Ich kann nicht. Ich bin hypnotisiert. Von ihm. Von dem, was er mit mir macht. Von dem Verrat meines eigenen Körpers, der sich bereits anpasst, sich um ihn schließt, Reibung sucht.Er beginnt, sich zu bewegen. Zuerst langsame, tiefe Stöße, die mich jeden Zentimeter von ihm spüren lassen. Der anfängliche Schmerz verschmilzt langsam mit einer komplexeren, beunruhigerenden Empfindung. Eine Hitze, die sich von meinem Unterleib ausbreitet. Ein Druckpunkt, der bei jedem Stoß die Stelle streift, an der sein Mund verweilte.Ich schließe die Augen, unfähig, diesen Blick länger zu ertragen.— Die Augen!
ValentinaDas Zittern hört nicht auf. Es schwelt unter meiner Haut, ein stilles Beben, das dem großen Kataklysmus gefolgt ist. Ich liege ausgestreckt, die Augen auf die graue Seidendecke gerichtet, die Glieder schwer wie geschmolzenes Blei. Mein Körper gehört nicht mehr mir. Er ist ein noch rauchendes Trümmerfeld, ein besetztes Territorium, auf dem seltsame und verräterische Signale weiter blinken.Ich habe es getan.Nein, er hat es getan. Aber mein Körper... mein Körper hat geantwortet. Er hat mich verraten. Er hat die Lust genommen, die er mir mit chirurgischer Präzision bot, und sie mit obszöner Gier angenommen. Der Schrei, den ich ausgestoßen habe, hallt noch in meinen Ohren wider, ein demütigendes und glorreiches Echo zugleich. Ein tierischer Schrei. Sein Tier.Er liegt neben mir, einen Arm besitzergreifend und ruhig über meinen Bauch gelegt. Ich spüre die Wärme seiner Haut, die Festigkeit seines Körpers an meinem. Sein Atem ist ruh
DiegoIch beginne an neutralen Stellen. Die Innenseite ihres Handgelenks, wo der Puls rast. Die Innenseite ihres Ellbogens. Die Kniekehle. Mein Mund folgt der Spur meiner Finger, hinterlässt leichte Küsse, flüchtige Berührungen der Zunge. Sie bleibt reglos, aber ihr Atem beschleunigt sich. Ich spüre, wie sie gegen die Empfindungen kämpft, gegen den Verrat ihres eigenen Fleisches.Ich lasse mir Zeit. Stunden könnten vergehen. Die Außenwelt existiert nicht mehr. Es gibt nur dieses Zimmer, dieses Bett und den Körper unter meinen Händen, unter meinem Mund.Als ich endlich ihre Brüste erreiche, hält sie den Atem an. Ich nehme sie in meine Hände, wiege sie, streichle sie mit einer Ehrfurcht, die sie verwirrt. Dann schließt sich mein Mund um eine Brustwarze. Kein Biss. Ein sanftes, drängendes Saugen, abgewechselt mit leichten Zungenschlägen. Sie wölbt den Rücken, unwillkürlich. Ein kleiner Schrei entfährt ihr.— Ja, so, flüstere ich. Halte dich nicht zurück.Ich mache weiter, unermüdlich. Ic
DiegoMeine Hand legt sich auf die Decke, an die Stelle ihres Schenkels. Sie zittert nicht. Sie ist aus Stein.— Der Sturm, das bist du.— Ich bin auch die Ruhe danach. Lass es mich dir zeigen.Ich beuge mich hinunter und küsse sie, bevor sie protestieren kann. Nicht wie letzte Nacht. Sanft. Überzeugung, nicht Eroberung. Mein Mund streift ihren, lädt ein. Sie hält die Lippen geschlossen, unbeweglich. Ich dränge nicht. Ich begnüge mich mit dieser Berührung und lasse meine Hand unter der Decke ihren Arm entlangwandern.— Du musst Schmerzen haben, murmle ich gegen ihre Lippen. Ein heißes Bad wird dir guttun.Sie lässt es geschehen, als ich sie, in das Laken gehüllt, hochhebe und in das riesige Badezimmer trage. Ich lege sie behutsam auf die Marmorbank, lasse Wasser in die Wanne ein, füge Badesalz mit Lavendel- und Arnika-Duft hinzu. Die Luft füllt sich mit wohltuendem Dampf.Dann, langsam, löse ich das Laken, das sie umhüllt.Sie schließt die Augen, wendet den Kopf ab. Ihre Scham ist rüh
Diego Die Morgendämmerung färbt die Fensterscheiben milchig grau. Im Bett schläft Valentina endlich. Einen unruhigen, tiefen, erschöpften Schlaf. Ihr Rücken ist mir zugewandt, eine blasse, zerbrechliche Rundung unter den schwarzen Seidenlaken. Ich sehe die Linie ihrer Wirbelsäule, die hervorstehenden Schulterblätter wie gebrochene Flügel. Die Spuren meiner Hände auf ihren Hüften sind blassblau geworden. Ich liege wach, einen Arm unter ihrem Nacken, den anderen um ihre Taille geschlungen. Ich spüre die leichte Wärme ihres Körpers, den langsamen Schlag ihres Herzens gegen meinen Unterarm. Eine tiefe, urtümliche Befriedigung erfüllt mich. Eine Ruhe nach dem Sturm. Es ist vollbracht. Die letzte Schwelle ist überschritten. Die letzte Grenze ihrer Rebellion wurde durchquert, erobert, markiert. Ihr Blut auf den Laken – deren Wechsel ich nicht angeordnet habe – ist der greifbare Zeuge, das Siegel. Sie ist jetzt mein
Valentina Der innere Kampf ist ein Orkan. Die Scham. Die Angst. Eine dumpfe Wut, die keinen Ausweg findet. Und diese schreckliche, schreckliche Resignation. Es ist stärker als ich. Meine Muskeln geben unter dem Druck seiner Hände und der Kraft seines Willens nach. Meine Beine öffnen sich. Er entfernt meinen Slip, den letzten Schleier. Und dann sieht er mich an. Intensiv. Vollständig. Dort, im Zentrum meines Wesens, dort, wo noch nie jemand hingesehen hat. Ich fühle mich aufgeschlitzt, bis zur Seele bloßgelegt. — Endlich, haucht er, und in diesem Wort liegt die ganze Geduld eines Jägers, die ganze Erwartung eines Sammlers. Er positioniert sich zwischen meinen Schenkeln. Sein Gewicht lastet auf mir, erdrückt mich in der schwarzen Seide. Ich drehe den Kopf zur Seite, fixiere den Samtvorhang, suche eine visuelle Fluchtmöglichkeit. Er nimmt mein Gesicht wieder, zwingt mich, ihn anzusehen. — Sieh mi
GiuliaIch löse mich von der Wand und eile mit schnellen Schritten davon, flüchte mich in die Toiletten. Ich schließe mich in einer Kabine ein, das Herz rast. Ich presse meine Handflächen gegen meine Augen, um die drohenden Tränen zurückzuhalten. Sie dürfen hier nicht fließen. Nicht in seinem Gebäu
GiuliaDie Lüge war so gewaltig, so monströs, dass sie beinahe wahr wurde. Ihr Glück war das Einzige, woran ich mich noch klammern konnte. Die einzige Rechtfertigung, die im Trümmerfeld meines Lebens noch Bestand hatte.— Du bist die beste Schwester der Welt, flüsterte sie mit feuchten Augen. Ich m
GiuliaDie Stille im Büro nach zwanzig Uhr ist ein lebendiges Wesen. Sie senkt sich schwer auf meine Schultern, dringt in meine Lungen ein, ersetzt das Blut in meinen Adern durch eine eiskalte, stehende Flüssigkeit. Im grellen Licht meiner Lampe ist mein Gesicht im schwarzen Spiegel des Bildschirms
LorenzoDie ehrgeizige Frau, von der ich glaubte, sie zu kennen, hätte sich gewehrt. Sie hätte ihre Waffen eingesetzt – diesen Blick, dieses Lächeln, das mich um den Verstand brachte –, um ihr Los zu mildern. Sie hätte versucht, mich erneut zu verführen, die Kontrolle zurückzugewinnen.Aber Giulia







