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Kapitel 42

Author: Nikolaus
last update publish date: 2026-07-05 20:10:11

Lira nähte. Flickte Kleidung. Verband alte Wunden neu. Ihre Hände zitterten nicht mehr. Sie zitterten jetzt vor Wut.

Mara saß bei Selene. Sie spielten mit kleinen Steinen. Bau ten Türme. Rissen sie wieder ein. Bau ten neue.

Kjara patrouillierte. Allein. Sie kam alle Stunde zurück. Jedes Mal mit einer neuen Nachricht.

„Näher.“

„Noch näher.“

„Jetzt nur noch fünfzig Schritte.“

Beim letzten Mal blieb sie stehen. Schnee hing in ihrem Fell. Ihre Augen waren weit.

„Sie sind da. Vor der Tür. Ich sehe s
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    Das Licht in der Frucht wurde heller. Freyja spürte, wie es in sie eindrang. Nicht als Fremdes. Als Eigenes. Als das, was immer schon da gewesen war.Als das Licht erlosch, war die Frucht leer. Doch Freyja fühlte sich voller denn je.Kael legte die Hand auf ihre Schulter. „Was hast du gesehen?“„Alles“, sagte sie. „Und nichts ist verloren.“Lira lächelte. „Dann pflanzen wir.“Toren nickte. Er nahm einen Samen aus Freyjas Beutel. Einen der drei. Er kniete sich hin. Grub mit den Händen ein kleines Loch in die Erde neben dem jungen Baum. Legte den Samen hinein. Bedeckte ihn sanft. Dann goss er Wasser aus seiner Feldflasche. Nicht viel. Genug.Der Boden nahm das Wasser auf. Ein leises Seufzen ging durch die Lichtung. Der junge Baum neigte sich. Ein Ast senkte sich. Berührte den frisch gepflanzten Samen. Ein Funke sprang über. Grün. Golden. Silbern.Ein neuer Trieb spross. Sofort. Klein. Zart. Doch stark.Die vier standen da. Schauten zu. Sagten nichts.Dann begann Freyja zu singen.Kein g

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    „Ich gehe zurück“, sagte er. „Nicht um zu nehmen. Um zu geben.“Eira gab ihm einen Samen. Klein. Aus der Krone des großen Baums gefallen.„Pflanze ihn“, sagte sie. „Wo immer du ankommst. Und wenn er wächst, lass ihn Früchte tragen.“Arvid nahm den Samen. Drückte ihn an die Brust. Dann ging er. Den Pfad hinunter. In die Wälder. Der Wind trug seinen Geruch fort.Von diesem Tag an wanderten mehr Samen. Kinder sammelten sie. Nicht alle. Nur die, die fielen, wenn niemand hinsah. Sie steckten sie in Taschen. In kleine Beutel aus Leder. In hohle Hölzer. Manche trugen sie jahrelang bei sich. Bis sie wussten, wohin sie gehörten.Runa schickte ihre älteste Tochter Freyja mit einem Samen los. Freyja war dreizehn. Stark. Neugierig. Sie ging nicht allein. Drei andere Jugendliche gingen mit. Zwei Jungen. Ein Mädchen. Sie nannten sich die Samenwanderer.Sie kamen zurück. Nach Monaten. Manche mit Narben. Manche mit neuen Liedern. Alle mit leeren Händen. Die Samen waren gepflanzt worden. An Flussufern

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