LOGINDer Regen hatte aufgehört.Doch der Sturm war noch lange nicht vorbei.Eine eisige Stille legte sich über das Rose-Anwesen, während die Morgendämmerung die Atmosphäre in Grautönen malte. Das Anwesen war schwer bewacht. Bewaffnete Sicherheitskräfte patrouillierten an jedem Eingang, Überwachungskameras kreisten über ihnen, und der Sicherheitschef Victor hatte die Zahl der um Oriana stationierten Wachen verdoppelt.Doch Julianna fühlte sich angespannt.Denn ein Feind versteckte sich nicht mehr.Er war zurückgekehrt.^^^^^^^Oriana stand allein auf dem Balkon vor ihrem Schlafzimmer und blickte auf den Himmel über der Stadt.Der Brief ihres Vaters ruhte in ihren Händen.Sie hatte ihn unzählige Male gelesen, in der Hoffnung, dass sich eine verborgene Bedeutung offenbaren würde.Stattdessen wurde sie von einer einzigen Frage verfolgt.Wer war Alexandro Jordan?Ein Klopfen unterbrach ihre Gedanken.„Herein."Julianna trat ein und brachte zwei Tassen Kaffee mit.„Du hast nicht geschlafen."Ori
Der Friedhof versank in eisigem Schweigen.Regen begann zu fallen und durchnässte die frische Erde, die Ethans Grab bedeckte.Orianas Herz pochte in ihren Ohren.Sie starrte Julianna an.„Was meinst du damit, er sollte tot sein?"Juliannas zitternde Finger umklammerten das alte Foto.Zum ersten Mal, seit Oriana sie kannte.Die furchtlose Frau wirkte verängstigt.Victor trat näher.„Mrs. Julianna."„Wer ist er?"Sie schloss die Augen.„Sein Name ist."Sie hielt inne, als würde das Aussprechen etwas Böses erwecken.„Alexandro Jordan."Der Name bedeutete Oriana nichts.Doch für Julianna.Trug er die Erinnerung an Albträume.^^^^^^^Sechsundzwanzig Jahre zuvor.Die Familie Jordan war eine der reichsten und einflussreichsten Familien Europas gewesen.Alexandro war nicht bloß ein Geschäftsmann.Er war ein Genie.Brillant.Charismatisch.Gefährlich geduldig.Er glaubte, die Welt gehöre denen, die Informationen kontrollierten, nicht Geld.Während Milliardäre um Firmen kämpften.Baute Alexandr
Die Sonne war aufgegangen.Oriana konnte die jüngsten Ereignisse nicht loslassen.Es betraf auch eines ihrer Modeshootings, an dem sie im Ausland teilnehmen sollte.Ethan war fort.Doch seine letzten Worte hallten endlos in ihrem Kopf wider.„Die Wahrheit wurde begraben."Begraben, wo?Begraben, von wem?Sie umklammerte den Brief ihres Vaters, bis das Papier in ihrer zitternden Hand zerknitterte.Julianna schloss leise das Tagebuch.„Wir werden die Antworten jetzt nicht finden."„Aber wir werden sie irgendwann finden."Oriana nickte, obwohl Ruhe unmöglich schien.^^^^^^^Quer durch die Stadt.Das Moretti Anwesen lag in völliger Stille.Vivienne saß allein in ihrem Arbeitszimmer und nippte an unberührtem Tee.Sie hatte die Nachricht bereits gehört.Ethan war tot.Doch statt Erleichterung.Sah sie verängstigt aus.Es klopfte an der Tür.„Herein."Der alte Familienbutler trat nervös ein.„Gnädige Frau."„Ein Besucher ist eingetroffen."Vivienne runzelte die Stirn.„Wer ist das?"„Er woll
Der ohrenbetäubende Knall der Kugel des Schützen hallte durch die Flure des Rose Mansion.Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen.„Oriana!", rief Julianna.Victor und zwei Sicherheitsbeamte eilten zum zerschmetterten Fenster, während andere die Bibliothek sicherten.„Riegelt jeden Ausgang ab!", bellte Victor in sein Funkgerät. „Niemand kommt rein oder raus!"Der Schütze war bereits in der dichten Dunkelheit verschwunden.Währenddessen ließ sich Oriana neben Mr. Ethan auf die Knie fallen.„Mr. Ethan, bleiben Sie bei mir."Blut befleckte sein weißes Hemd, während er nach Luft rang.Seine zitternde Hand griff nach Orianas.„Ich habe deinen Vater im Stich gelassen."„Nein", flüsterte Oriana, Tränen liefen über ihr Gesicht. „Sie haben dieses Tagebuch einundzwanzig Jahre lang beschützt."Ethan brachte ein schwaches Lächeln zustande.„Er hat immer geglaubt, dass du überleben würdest."Julianna kniete sich neben ihn und versuchte, die Blutung mit einem Tuch zu stillen.„Ein Krankenwag
Das durchdringende Geräusch des Sicherheitsalarms hallte durch das gesamte Rose Mansion.Jeder Sicherheitsbeamte bezog sofort seine Position.Victors Stimme kam durch die Gegensprechanlage.„Riegelt das Anwesen ab!"„Niemand öffnet das Tor, bis ich den Befehl gebe."Oriana und Julianna eilten in den Sicherheitsraum.Die Monitore zeigten einen einzelnen Mann, der vor dem schmiedeeisernen Tor stand.Er trug einen einfachen langen Mantel, trotz der warmen Abendbrise.Sein Gesicht war unter seinem Hut verborgen.In seiner behandschuhten Hand ruhte eine einzelne rote Rose.Er war unbewaffnet.Er schrie nicht.Er stand einfach da und wartete.Victor runzelte die Stirn.„Unsere Scanner erkennen keine Waffen."Julianna verschränkte die Arme.„Das macht ihn nicht harmlos."Der Mann blickte langsam zur Kamera auf.Dann, zur Überraschung aller.Lächelte er.„Ich weiß, dass ihr zuschaut."Seine ruhige Stimme kam durch die Gegensprechanlage am Tor.„Ich bin nicht euer Feind."„Ich bin nur gekommen
Der Raum versank in erstickender Stille.Instinktiv trat Oriana vor Nadia.Juliannas Blick wich nicht von dem geheimnisvollen Mann, der hinter der verschobenen Wand stand.Sein maßgeschneiderter dunkelblauer Anzug war makellos.Schwarze Handschuhe bedeckten seine Hände.Das schwache Licht enthüllte nur die untere Hälfte seines Gesichts.Er lächelte.Nicht mit Wärme.Sondern mit Belustigung.„Wie erwartet", sagte er ruhig. „Julianna, du hast sie gut ausgebildet."Juliannas Miene veränderte sich nicht.„Wer sind Sie?"Der Mann lachte leise.„Ich bin unter vielen Namen bekannt."„Aber heute Nacht."„Bin ich einfach jemand, der mehr weiß als ihr beide."Oriana ballte die Fäuste.„Wenn Sie hinter allem stecken."Er hob eine Hand und hielt sie damit auf.„Nein."„Ich verschwende meine Zeit nicht damit, Feuer zu legen oder kleine Kriminelle anzuheuern."Seine Augen blitzten unter den Schatten.„Das sind Livias Methoden."Julianna verengte den Blick.„Warum sind Sie dann hier?"„Um sicherzust







