登入Als ich wieder zu Hause war, kam mir der ganze Tag schon jetzt wie ein einziger Fiebertraum vor. Gestern hatte meine beste Freundin unsere Freundschaft beendet. Und heute Morgen war ich in Julians Armen aufgewacht. Konnte ein Tag noch verrückter beginnen? Ich glaubte kaum. Julian hatte sogar angeboten, noch Frühstück zu machen. Wobei ich nach wie vor der festen Überzeugung war, dass man Essen um halb zwei mittags nicht mehr Frühstück nennen konnte. Ich hatte dankend abgelehnt. Nicht, weil ich mich bei ihm unwohl fühlte. Ganz im Gegenteil. Genau das war wahrscheinlich das Problem. Ich wollte einfach nach Hause. Duschen. Den Kopf freibekommen. Alles, was in den letzten Stunden passiert war, irgendwie verarbeiten. Zum Glück hatte Julian das verstanden, noch bevor ich es überhaupt richtig erklären musste. Als wir unten an meinem Auto angekommen waren, hatte er mir die Autoschlüssel in die Hand gedrückt und auf meine Kleidung gezeigt. „Lass die Sachen ruhig an“, sagte er l
Kurzerhand verschwand ich im Badezimmer, um mich umzuziehen. Mein Kleid hängte ich sorgfältig über einen Handtuchhalter, damit es nicht völlig zerknitterte. Ich sollte mir wirklich angewöhnen, ein Haargummi mitzunehmen, wenn ich das Haus verließ. Wobei … Eigentlich war ja überhaupt nicht geplant gewesen, heute woanders zu schlafen. Ich betrachtete mich kurz im Spiegel. Der Pullover war viel zu groß und die Ärmel reichten mir bis über die Hände. Die Jogginghose musste ich zweimal umschlagen, damit ich nicht darauf trat. Irgendwie war das sogar ziemlich bequem. Ich schüttelte den Kopf. Nein. Darüber konnte ich später nachdenken. Viel wichtiger war gerade, dass Julian auf keinen Fall auf seiner eigenen Couch schlafen würde, während ich in seinem Bett lag. Da konnte er sich definitiv auf eine Diskussion gefasst machen. „Julian?“ Entschlossen ging ich zurück ins Wohnzimmer. Er blickte sofort von der Couch auf. „Sollen wir noch eine Folge von der Serie schauen?“,
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile über alles, was passiert war. Eigentlich hätte ich gedacht, dass ich nach so einem Abend niemandem mehr vertrauen könnte. Dass ich einfach gehen würde. Nach Hause. Alleine. Aber stattdessen saß ich noch immer hier. Bei Julian. Warum genau, wusste ich selbst nicht. Vielleicht, weil ich mich zum ersten Mal seit Langem irgendwo wirklich sicher fühlte. Oder weil ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass mir jemand tatsächlich zuhörte. Und dieses Gefühl wollte ich gerade nicht wieder verlieren. „Ich würde gerne ein bisschen frische Luft schnappen“, sagte ich schließlich und deutete auf die Balkontür. „Wenn das okay ist.“ „Natürlich.“ Julian stand sofort auf und öffnete mir die Tür. Die kühle Nachtluft schlug mir entgegen. Ich trat auf den Balkon und atmete tief ein. Obwohl es längst dunkel war, konnte man die Lichter der Stadt in der Ferne erkennen. Alles wirkte ruhig. Fast friedlich. Man hörte kaum etwas. Keine Stimmen. Keine
Ich legte den Burger langsam zurück auf den Teller. Für einen Moment wusste ich nicht, was ich sagen Sollte. Ich hatte nicht damit gerechnet das wir über dieses Thema reden würden. Jetzt. Irgendwie ist es gut eine Antwort von ihm zu hören. Zumindest besser als sich nur eine zu denken. Trotzdem fühlte es sich anders an, sie tatsächlich zu hören. „Also…“, sagte ich schließlich leise. „Sie hat sich das mit dir und ihr nicht komplett ausgedacht?“ Julian schüttelte langsam den Kopf. „Nein.“ Er lehnte sich zurück und atmete tief durch. „Aber das, was sie heute daraus gemacht hat, hat mit der Wahrheit nicht mehr viel zu tun.“ „Sollte mich das jetzt beruhigen?“ Keine Ahnung. „Okay … wie war es dann?“ Ich starrte auf meinen Teller. Ich konnte ihn gerade einfach nicht ansehen. „Ich habe Sara damals in der Bar gesehen. Sie war mit irgendeiner Freundin da. Jedenfalls nicht mit dir.“ Er dachte einen Moment nach. „Sie schien damals schon an Markus interessiert z
„So etwas würde ich niemals sagen.“ Julian sah mich kurz an. „Was ist denn überhaupt mit diesem Geld? Lass mich raten … gar nichts?“ Ich atmete tief aus. „Zumindest nicht so, wie sie es dargestellt hat.“ Ich spielte nervös mit dem Reißverschluss meiner Jacke. „Ja, sie hat mir öfter Geld geliehen. Und ich weiß auch, dass ich nicht alles sofort zurückgezahlt habe.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Aber es sind definitiv keine achthundert Euro. Wenn überhaupt, vielleicht zweihundert.“ Ich senkte den Blick. „Eigentlich wollte ich ihr nächste Woche, wenn mein Gehalt kommt, sowieso wieder etwas zurückgeben.“ Ich sah ihn kurz an. „Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt machen soll.“ „Ich weiß ja nicht einmal, wie sie überhaupt auf diese Summe kommt.“ Julian nickte nachdenklich. „Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht.“ Er machte eine kurze Pause. „Aber darüber zerbrechen wir uns jetzt nicht den Kopf.“ Er lächelte mich an. „Jetzt wird erst einmal gegessen.“ Er schaltete den Mot
Die Fahrt verlief zunächst schweigend. Weder Julian noch ich schienen den Mut zu haben, das Schweigen zu durchbrechen. Warum eigentlich? Ich wusste es selbst nicht so genau. Vielleicht, weil ich Angst hatte, die falschen Fragen zu stellen. Zum Beispiel, was er damit gemeint hatte, dass ich ihm wichtig sei. Oder ob er das einfach nur gesagt hatte, um mich in diesem Moment zu beruhigen. Doch gleichzeitig hallte Saras Stimme immer wieder durch meinen Kopf. „Glaub ja nicht, dass Julian wirklich auf dich steht. Er macht sich nur an dich ran, weil er mich nicht haben konnte.“ Allein dieser Gedanke ließ mein Herz wieder schneller schlagen. Nicht dieses angenehme Herzklopfen, das man hatte, wenn man an jemanden dachte, den man mochte. Nein. Es fühlte sich an, als würde sich mein Brustkorb immer weiter zusammenziehen. Als müsste ich jeden Moment nach Luft ringen. Panik. Pure Panik. Mein Kopf raste. Was konnte Sara noch tun? Was würde sie als Nächstes behaupt







