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Rot

Author: Katy
last update publish date: 2026-07-18 22:55:03

Julian hatte ich zugesagt.

Warum auch nicht?

Ich hatte doch sonst eh nichts zu tun.

Ich stand vor dem Spiegel und überlegte, was ich anziehen sollte.

Da war es schon wieder.

Dieses komische Gefühl in mir.

Sara hatte mir sonst immer gesagt, was mir stand und was nicht.

Zumindest ihrer Meinung nach.

Ich hatte es bei ihr auch getan.

Aber an der Art und Weise, wie wir jeweils darauf reagiert hatten, konnte man einen deutlichen Unterschied erkennen.

Wenn ich ihr sagte, dass ihr Hintern in
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  • Sehe ich dich je wieder?    Wichtig

    Ich blieb auf der Wiese sitzen. Julian hatte ich inzwischen meinen Standort geschickt. Er hatte so überzeugt geklungen, dass er mich wirklich abholen würde, dass ich gar nicht erst versucht hatte, mit ihm zu diskutieren. Davon abgesehen fehlte mir dafür ohnehin jede Kraft. Also wartete ich einfach. Lange konnte es eigentlich nicht dauern. Oder? Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich überhaupt schon gelaufen war. Fünf Minuten? Zwanzig? Eine halbe Stunde? Mein Zeitgefühl hatte sich irgendwo zwischen meinen Gedanken verabschiedet. Deshalb konnte ich auch überhaupt nicht einschätzen, wie lange Julian brauchen würde, um mich zu finden. Ihm entgegenzugehen wäre wahrscheinlich auch keine besonders gute Idee gewesen. Ich hätte vermutlich nicht einmal mehr den Weg zurückgefunden. Also blieb ich einfach sitzen. Der Wind strich leicht über den See und ließ die Wasseroberfläche in kleinen Wellen schimmern. Ich zog die Knie noch etwas näher an meinen Körper und leg

  • Sehe ich dich je wieder?    Antworten

    Ich wusste nicht, warum ich es getan hatte. Aber ich hatte einfach meine Tasche genommen und war gegangen. Einfach weg. Ohne mich zu verabschieden. Ohne auch nur ein einziges Mal zurückzusehen. Ich wusste nicht einmal genau, wo ich überhaupt war. Julian war gefahren. Ich hätte wahrscheinlich nicht einmal den Weg zurück zum Auto gefunden, wenn ich gemusst hätte. Mein Kopf drehte gerade mehr Loopings, als ich für möglich gehalten hätte. Ich konnte mich nicht einmal mehr auf den Namen des Lokals konzentrieren. Zu viele Puzzleteile versuchten gleichzeitig, sich in meinem Kopf zusammenzusetzen. Und keines davon passte. Warum glaubte Sara mir nicht? Warum hinterfragte sie nicht einmal, dass ich gar keine Blusen trage? Warum vertraute sie Markus so blind? Wie kam sie plötzlich auf diese achthundert Euro? Und was meinte sie mit Julian? Er macht sich nur an dich ran, weil er mich nicht haben konnte. Immer wieder hallten ihre Worte in meinem Kopf wider. Als würde sie sie mir

  • Sehe ich dich je wieder?    Wie bitte?

    Als sich unsere Blicke trafen, fühlte es sich an, als würde sich mein Magen augenblicklich umdrehen. Plötzlich war meine Haut zu eng für meinen eigenen Körper. Mein Herz raste. Mein Atem wurde flacher. Ich verstand nicht einmal, warum ihr bloßer Anblick so etwas mit mir machte. Aber er tat es. Von einer Sekunde auf die andere fühlte ich mich unwohl. In meinem Kleid. In diesem Raum. In meiner eigenen Haut. In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Warum ist sie hier? Hat Markus sie mitgebracht? Hat sie mich gesehen? Kommt sie gleich zu mir? Was, wenn sie wieder glaubt, ich würde ihr irgendetwas wegnehmen wollen? Keine einzige meiner Gedanken beruhigte mich. Im Gegenteil. Jeder einzelne machte es nur noch schlimmer. Ja, wir hatten Streit. Aber Streit konnte man klären. Warum reagierte mein Körper dann so, als würde jeden Moment die Welt untergehen? Anscheinend war meine Anspannung auch nach außen hin deutlich zu erkennen. „Hallo?“ Vor meinen Augen wedelte pl

  • Sehe ich dich je wieder?    Stille

    „Alles wieder gut?“ Ich drehte mich um. Julian ließ sich mit einem tiefen Seufzer auf den freien Stuhl neben mir fallen. Er fuhr sich erschöpft durch die Haare und lockerte den Kragen seines schwarzen Hemdes. „Bei mir schon aber du siehst aus als ob du definitiv nicht mehr lange stehen könntest ohne einzuschlafen. Geht es dir gut Julian?“ Ich zog fragend eine Augenbraue hoch. „Für die nächsten fünf Minuten wahrscheinlich schon“, murmelte er. „Bis Markus wieder irgendeine spontane Idee hat.“ Ich musste unwillkürlich lachen. „Ist das bei jedem Auftritt so?“ Er sah mich kurz an und schmunzelte. „Nicht bei jedem.“ Er machte eine kleine Pause. „Manchmal ist es sogar schlimmer.“ „Das beruhigt mich jetzt irgendwie überhaupt nicht.“ Er lachte leise und lehnte sich mit verschränkten Armen zurück. „Mich auch nicht.“ „Warum lässt du es dir überhaupt gefallen?“ murmelte ich mehr zu mir selber. Für einen Moment schwiegen wir beide und beobachteten die Bühne. Markus

  • Sehe ich dich je wieder?    Warum tut er das

    Dieser Abend war definitiv nicht das, was ich erwartet hatte. Aber eigentlich erwartete ich schon seit Langem gar nichts mehr. Das war wahrscheinlich auch gesünder so. Wer nichts erwartet, kann schließlich auch nicht enttäuscht werden. Julian war bis jetzt fast die ganze Zeit unterwegs gewesen. Ich wusste nicht genau, was seine eigentliche Aufgabe hier war. Aber anscheinend war er der Einzige, der dafür sorgte, dass Markus’ gesamter Auftritt überhaupt funktionierte. Mal schleppte er Lautsprecher durch die Gegend, dann verschwand er wieder hinter der Bühne. Kurz darauf stand er am Mischpult, sprach mit irgendeinem Mitarbeiter und war Sekunden später wieder auf dem Weg zur Bar. Ich fragte mich ernsthaft, wie ein einzelner Mensch gleichzeitig an fünf verschiedenen Orten sein konnte. Trotzdem kam er immer wieder kurz zu unserem Tisch. Und jedes Mal brachte er etwas mit. Mal zwei neue Getränke. Mal eine Portion Pommes, weil Mia behauptet hatte, sie würde verhungern. Ein anderes

  • Sehe ich dich je wieder?    Mia

    Es war ein kleines Lokal. Eine Art Bar.Ich glaube, eigentlich war das hier eher ein Ort, an dem Stand-up-Comedians auftraten. Das würde zumindest besser passen als irgendein Nullachtfünfzehn-Sänger, der sich für den Besten hält.Was er definitiv nicht ist.Aber egal.Es muss mir ja nicht gefallen.Und das würde es auch ganz bestimmt niemals. Ich bin hier wegen Julian.…Das klang falsch.Ganz falsch.Ich bin nicht wegen ihm hier.Ich bin hier, weil es sonst zu langweilig geworden wäre und er einfach jemanden zum Reden dabeihaben wollte.Macht das mehr Sinn?Ach, ich habe schon längst keine Ahnung mehr.Es war wesentlich voller, als ich es für möglich gehalten hätte.Für einen kurzen Moment fing ich an mir Sorgen zu machen ob Sara wohl auch da sein würde. Aber ich versuchte ihn beiseite zu schieben. Selbst wenn. Soll sie doch. Kaum hatten wir das Lokal betreten, wurde Julian auch schon von mehreren Leuten begrüßt. Er schien hier wirklich jeden zu kennen.„Ich bin gleich wieder da“,

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