MasukDonnerstag, 5:00 Uhr.Ich wache vor dem Wecker auf, nicht aus Angst. Sondern aus Verantwortungsgefühl.Heute schulen wir 20 Berater.Heute bringen wir Erwachsenen das eine bei, was wir seit 57 Tagen üben: Abstand gewinnen.Ethan schrieb um 4:55 Uhr: „Bist du bereit?“Ich: „Nein. Ja. Wir sehen uns um 7.“7:00 Uhr. Das Zentrum.Es riecht nach Kaffee und Whiteboardmarkern.Lena hat eine Präsentation. Victoria hat Handzettel. Sofia hat Musterkarten. Tariq hat die Regeln groß ausgedruckt. Der Neunjährige hat Namensschilder gebastelt: *HALLO, ICH HEISSE...*J und A sind im Raum und bereiten alles für den Musikfreitag vor. Ethan und ich leiten die Schulung.7:30 Uhr. Sie kommen an.20 Schulberater.Aus 10 Schulen.Müde Augen.Ordner.Kaffee.Schulleiter Alvarez ist da. Vorsitzender Davis hat eine Nachricht geschickt: _Vielen Dank für Ihre Teilnahme._8:00 Uhr. Wir beginnen.Victoria steht auf.„Danke fürs Kommen“, sagt sie.„Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um 8 Uhr hier zu sein
Montag, 5:00 Uhr.Mein Wecker klingelt.Ich drücke nicht auf Schlummern.Heute ist die Sitzung des Schulrats.Heute fordern wir zehn weitere Wände.Heute betreten wir einen Raum voller Anzugträger und bitten sie, wieder an Papier und Stifte zu glauben.Ethan schrieb um 4:58 Uhr: „Bist du wach?“Ich: „Ja. Mache gerade Kaffee.“Ethan: „Hol dich um 6:30 Uhr ab. Anzug oder Jeans?“Ich: „Jeans. Wir sind nicht die.“6:30 Uhr. Der Van.Ethan fährt.Ich sitze auf dem Beifahrersitz.Victoria, Tariq, Sofia und Maya 2 sitzen hinten.J und A sind im Musikraum und bereiten den Musikfreitag vor.Lena arbeitet am Förderantrag.Die Neunjährige ist mit einem Babysitter zu Hause.Im Fond: ein Poster.Fotos von allen 9 Wänden.Kartenanzahl.Antwortanzahl.Roosevelt: 60 Karten. 45 Antworten. 3 Tage.7:00 Uhr. Das Bezirksbüro.Glasgebäude.Kalt.Sicherheitsbeamter.Namensschilder.Dritter Moment.Wir sind zu früh.Absichtlich.7:30 Uhr. Das Wartezimmer.7 weitere Personen.Schulleiter.Lieferanten.Softwa
Montag. 5:00 Uhr.Mein Handy vibriert vor dem Wecker.Tariq: „Kit 9 ist im Van. Wir holen dich um 6:15 Uhr ab.“Sofia: „Habe extra blaue Stifte mitgebracht. Kinder lieben Blau.“Maya 2: „Ich habe Willkommenskarten gebastelt. Für die Lehrer.“Ethan: „Bist du nervös?“Ich: „Nein. Bereit.“Ich mache Kaffee.Ich ziehe Jeans und einen Pullover an.Die Roosevelt Middle liegt in dem Stadtteil, wo die Busse Verspätung haben und die Schulberater jeweils 400 Schüler betreuen.Sie haben uns gefragt.Das ist wichtig.6:15 Uhr. Der Van.Ethan fährt.Ich sitze auf dem Beifahrersitz.Tariq, Sofia, Maya 2 und die Neunjährige hinten.Hinten: Kit 9, ein großer Karton.Blaue Stifte und Kuchen.„Erste Mittelschule“, sagt Ethan.„Erste Mittelschule“, erwidere ich.6:45 Uhr. Roosevelt Middle School.Maschendrahtzaun.Metalldetektoren. Direktorin Alvarez empfängt uns im Sekretariat.Nicht Frau Alvarez aus der Bibliothek.Eine andere Alvarez.„Danke fürs Kommen“, sagt sie.„Danke der Nachfrage“, sage ich.Si
Donnerstag, 5:00 Uhr.Mein Handy vibriert schon.Tariq: „Kit 5 ist verladen. Ich hole dich um 6:30 Uhr ab.“Lena: „Antrag eingereicht. Daumen drücken.“Sofia: „Das Malmaterial ist da. Es sind jede Menge blaue Marker.“Maya 2: „500 Flyer sind in meinem Auto. Ich bin nervös.“9: „KANN ICH ZUM WANDTAG MITKOMMEN?“Ich mache mir Kaffee.Ich trage Jeans und Turnschuhe.Wandtag ist Arbeitstag.Ethan schreibt: „Wir sehen uns um 6:30 Uhr. Zieh bequeme Schuhe an.“6:30 Uhr. Der Van.Wir haben ihn gemietet, weil wir es uns jetzt leisten können.Hinten: 4 Mobile Wand-Kits.Kisten mit den Aufschriften Kit 5, 6, 7 und 8.Karten, Anstecknadeln, Stifte und Kuchen.Ethan fährt, ich sitze auf dem Beifahrersitz.Tariq, Sofia, Maya (2 Jahre) und die Neunjährige hinten.J und A bereiten sich im Zentrum auf den Musikfreitag vor.Victoria und Lena schreiben im Büro … ein Team von neun Personen.7:00 Uhr. Wand 1. Die Grundschule.Frau Chen empfängt uns an der Tür, die Schulleiterin mit freundlichen Augen.„D
Montag. 5:30 Uhr.Ich wache vor dem Wecker auf.Nicht aus Panik.Aus Überzeugung.Heute stellen wir ein.Heute hören wir auf, alles zu fünft zu machen.Heute entscheiden wir, wer zu uns hält.Ethan schrieb um 5:12 Uhr: „Bist du nervös?“Ich: „Nein. Aufgeregt. Wir sehen uns um 7.“7:00 Uhr. Das Zentrum.Es riecht nach Kaffee und frischem Papier.Victoria hat 20 Lebensläufe auf dem Tisch.J hat Kaffee für alle.A hat die Interviewfragen ausgedruckt.Die Neunjährige hat ein Schild: *WILLKOMMEN, BEWERBER*Ethan kommt mit Donuts herein.„Die ersten Einstellungen“, sagt er. „Das feiern wir mit Süßigkeiten.“7:30 Uhr. Der Plan.Victoria am Whiteboard:*HEUTE*1. Fördermittelbearbeiter/in – 3 Vorstellungsgespräche2. Koordinator/in für Öffentlichkeitsarbeit – 3 Vorstellungsgespräche3. Entscheidung bis 16:00 Uhr4. Angebotsbriefe heute Abend„Wir stellen nicht einfach nur Mitarbeiter ein“, sagt sie.„Wir stellen Familienmitglieder ein.“8:00 Uhr. Vorstellungsgespräch Nr. 1. Fördermittelbearbe
Freitag. 6:00 Uhr. Mein Handy vibriert.Direktüberweisung: Schon wieder 3.200 Dollar.Es ist immer noch seltsam.Geld zu sehen und keine Panik zu bekommen.Geld zu sehen und sich... sicher zu fühlen.Ich mache Kaffee.Ich ziehe das blaue Kleid an.Nicht für eine Vorstandssitzung, sondern zum Abendessen.Ethan hat mir gestern Abend geschrieben: „Hol dich um 17 Uhr ab. Zieh dich schick an. Wir feiern.“7:00 Uhr. Das Zentrum.Alle sind wieder früh da, weil wir es können und weil wir es wollen.J stimmt die neuen Gitarren.Victoria interviewt einen Förderantragsteller.A packt das vierte Mobile-Wall-Set ein.Die Neunjährige hängt Luftballons auf.„Warum Luftballons?“, frage ich.„Weil“, sagt die Neunjährige, „Zahltag ist.“7:30 Uhr – 15:00 Uhr. Die Arbeit.Wir verrichten Arbeit, die sich nicht nach Überleben anfühlt.Victoria stellt den Förderantragsteller ein.J bestellt Noten.A plant vier Lieferungen von Mobile Wall für nächste Woche.Ethan und ich erledigen die Lohnabrechnung.Es fühl
RegelnSchon am Ende ihrer ersten Woche in Blackwood hatte Maya ein Problem entwickelt, und zwar Ethan Blackwood. Das würde sie aber niemals jemandem erzählen. Am nächsten Morgen, als sie den See fotografierte, kam Olivia auf sie zu. „Beschäftigt?“, fragte sie. „Kommt drauf an, was du willst“, antw
Der MilliardärMaya schlief in dieser Nacht kaum. Nun ja … teils vor Aufregung, teils wegen Ethan Blackwood. Nicht, dass sie unsterblich in ihn verknallt gewesen wäre, ganz bestimmt nicht; das redete sie sich immer wieder ein. Doch irgendetwas an ihm ließ sie nicht los … vielleicht sein Selbstbewus
Die letzte ChanceMaya Brooks starrte gefühlt zum hundertsten Mal an diesem Morgen auf ihren Laptop-Bildschirm, und die Zahl hatte sich nicht verändert … 427,13 Dollar, das war alles, was ihr noch blieb. Vierhundertsiebenundzwanzig Dollar und dreizehn Cent, nicht genug für die Miete nächsten Monat,
Die nächsten Wochen verflogen schneller, als Maya lieb war. Jeder Tag brachte neue Aufträge, neue Bilder, neue Ausreden, warum sie wieder bei Ethan im Büro stand. Das war dumm. Je mehr Zeit sie mit ihm verbrachte, desto schwerer wurde es, sich die Liste im Kopf aufzusagen: Warum sie ihn nicht mocht







