MasukEmma Reed hatte nicht mit einer Versuchung gerechnet, als sie bei ihrer besten Freundin übernachtete – doch sie bekam weit mehr, als sie erwartet hatte. Luca Carter, der gefährlich attraktive ältere Bruder ihrer besten Freundin, ist waghalsig, charmant und unnahbar – so scheint es zumindest. Doch Emma merkt schnell, dass sein Playboy-Image nur eine sorgfältig aufgebaute Fassade ist, hinter der er ein gebrochenes Herz verbirgt, das ihn der Liebe gegenüber misstrauisch gemacht hat. Für Emma ist dieses Verlangen verwirrend. Im Freundeskreis wurde schon lange gemunkelt, dass sie lesbisch sein könnte. Sogar sie selbst hat sich schon gefragt, ob etwas mit ihr „nicht stimmt“, weil Männer in ihr nie das auslösten, was andere Mädchen fühlten. Und doch weckt Luca etwas Tiefes und Unleugbares in ihr. Während sie sich der verbotenen Leidenschaft hingeben, beginnen Geheimnisse ans Licht zu kommen: Hannah, die Freundin, der Emma am meisten vertraut, ist schon seit Jahren heimlich in sie verliebt. Mia, Emmas Mitbewohnerin, beneidet Emma und Hannah insgeheim und ist mit ihren eigenen Gefühlen tief in diesem Netz verstrickt. Und Luca? Er ertappt sich dabei, wie er Emma auf eine Weise beschützt, die er nie geplant hatte, während er darum kämpft, sein Verlangen mit der Loyalität gegenüber seiner Schwester zu vereinbaren. Jeder gestohlene Blick, jede heimliche Berührung, jeder geflüsterte Name wird zu einem gefährlichen Spiel. Können Emma und Luca die Grenze überschreiten, ohne die Bindungen um sie herum zu zerstören? Oder wird das Verlangen die Wahrheit ans Licht zwingen – und ihre Herzen ins Chaos stürzen?
Lihat lebih banyakEmmas SichtDie Bibliothek sollte eigentlich ein Zufluchtsort der Logik sein, ein Ort, an dem die einzigen zu lösenden Probleme auf dem Papier existierten. Doch als ich Tyler in unserer gewohnten Ecke gegenübersaß, fühlte sich der Geruch von altem Papier und Bohnerwachs regelrecht erstickend an.Tyler textmarkerte akribisch ein Lehrbuch, sein Gesichtsausdruck zeigte einen fokussierten, stillen Triumph. Für ihn war die Sache auf dem Parkplatz ein abgeschlossenes Kapitel. Er hatte dem „bösen Buben“ des Campus die Stirn geboten, sein Mädchen beschützt, und jetzt waren wir wieder in unserer gewohnten „Gutes Mädchen / Vorzeigejunge“-Routine.„Du bist seit zehn Minuten auf derselben Seite, Em“, flüsterte Tyler, streckte die Hand über den Tisch und drückte meine Finger. „Alles okay? Lass dich von Luca nicht verrückt machen. Er ist nur ein Tyrann, der allmählich die Kontrolle verliert.“„Mir geht’s gut“, log ich und zwang mir ein Lächeln ab, das sich brüchig anfühlte. „Ich versuche nur, diese
Hannahs SichtIch beobachtete den winzigen blauen Punkt auf meinem Laptop-Bildschirm, der in der Ecke des Universitätsparkplatzes pulsierte. Er verharre dort, regungslos, viel zu lange. Jede Sekunde, in der er sich nicht in Richtung des Studentenzentrums bewegte, fühlte sich an, als würde man mir bei lebendigem Leib die Haut abziehen. Ich kannte die Akteure auf diesem Parkplatz. Ich kannte das silberne Auto meines Bruders und ich kannte Tylers schwarzen SUV. Ich wusste genau, wie sie beide sie ansah – wie eine Beute, die es zu erlegen galt, eine Trophäe für die Wand.Sie verstanden es nicht. Sie sahen nicht diese porzellanartige Fragilität, die ich seit drei Jahren beschützte.Ich lehnte mich zurück, und mein Atem stockte, als ich die Live-Übertragung der Überungskameras für das Campusgelände aufrief. Es war ein Privileg meiner Arbeit als Verbindungsperson des Studentenrats für Campus-Sicherheit – ich besaß die Schlüssel zum Königreich, und dieses Königreich war Emma.Seit sie von die
Emmas SichtDie Morgenluft war klirrend kalt – die Sorte Kälte, die in den Lungen brennt und einen daran erinnert, dass man am Leben ist, selbst wenn man sich lieber völlig taub fühlen würde. Ich stand auf der Veranda des Wohnheims, und das Gewicht der vergangenen Nacht lag mir wie ein Stein im Magen. Hinter mir war das Haus ein Zufluchtsort aus sanftem Licht und Seidenmorgenmänteln – ein Ort, an dem Hannah die absolute Kontrolle ausübte und Mauern aus „Schutz“ um mich herum errichtete, die sich allmählich wie die Gitterstäbe eines Käfigs anfühlten.Ich sah Lucas silbernes Auto am Bordstein im Leerlauf laufen. Er sah aus, als hätte er kein Auge zugetan; sein Haar war völlig verwuschelt, sein Kiefer von Stoppeln beschattet. Er hatte rein gar nichts mehr von dem gestriegelten Sportler an sich, der noch vor wenigen Stunden Sophie Miller etwas ins Ohr geflüstert hatte.Ich ging nicht auf ihn zu. Ich lief schnurstracks zu meinem eigenen Auto, die Schlüssel wie eine Waffe in der Hand umklam
Emmas SichtDie Luft im Wohnheim fühlte sich nach einer Party immer anders an – schwerer, aufgeladen mit dem anhaltenden Geruch von feuchtem Asphalt und der Elektrizität unausgesprochener Worte. Als wir drei von Ryans Haus zurückkehrten, ging die Uhr bereits auf drei Uhr morgens zu. Das Adrenalin, das mich an der Bar durch meinen eisigen Trotz gegenüber Luca getragen hatte, begann sich zu verflüchtigen und hinterließ einen kalten, hohlen Schmerz.Tyler hatte mich mit einem langen Kuss auf die Wange an der Tür verabschiedet. In seinen Augen lag eine hoffnungsvolle, jungenhafte Wärme, die mich wie ein Monster fühlen ließ. Er dachte, er würde gewinnen. Er dachte, das „gute Mädchen“ würde endlich zu ihm nach Hause kommen.Drinnen im Wohnheim war es duster. Hannah schaltete sofort in den „Kommandanten-Modus“, streifte ihre Stiefel ab und knipste die weichen, bernsteinfarbenen Lampen im Wohnzimmer an. Sie stand unter Strom, ihre Bewegungen waren scharf und aufgewühlt. Mia hingegen hielt sic











