Wir gingen am nächsten Abend.Alle sechs – Ren, Soren, Finn, Kas, meine Mutter, ich. Niemand argumentierte gegen die Anzahl. Niemand schlug vor, jemand sollte zurückbleiben.Die Brücke lag zwei Stunden zu Fuß, am Rand des Territoriums, dort, wo der Wald aufhörte und eine Schlucht begann. Alt, aus Stein, mit Moos in jeder Fuge, und niemand von uns war je dort gewesen.„Drayven kennt diesen Ort gut", sagte Soren, als wir uns näherten. „Das gefällt mir nicht."„Nichts daran gefällt mir", sagte Ren.Kas ging voraus, lautlos für seine Größe, die Augen auf den Wald gerichtet. „Niemand hier. Noch nicht."„Noch nicht", wiederholte Finn. Seine Stimme war angespannt.Ich schaute auf die Brücke. Auf die Schlucht darunter, tief, dunkel, das Wasser weit unten kaum hörbar.„Was jetzt?", sagte ich.Eine Gestalt löste sich vom Schatten am anderen Ende der Brücke.Drayven.Allein, soweit ich sehen konnte. Keine Männer hinter ihm, keine Zeugen. Nur er, die Hände sichtbar an den Seiten, kein Versuch, et
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