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last update publish date: 2026-07-17 04:12:47

## Kapitel 4

„Und warum schleichst du dann mitten in der Nacht hier herum?“, fragte Azriel mit gedämpfter Stimme, während seine Finger noch immer ihren Nacken umklammert hielten.

„Ich ... ich habe Hunger!“, wimmerte Isolde panisch. Ihr rasender Atem fühlte sich heiß auf Azriels nackter Brust an.

„Wenn du Hunger hast, findest du die Küche im linken Korridor“, sagte Azriel monoton, doch seine Augen blieben wie gebannt auf ihren vollen Lippen liegen, die durch seine farbverschmierte Berührung dunkel befleckt waren. „In diesem Raum gibt es nichts Essbares für dich. Oder ... bist du am Ende absichtlich hierhergekommen, um mich heimlich zu beobachten?“

Isolde fuhr zusammen. Diese bedrohliche körperliche Nähe ließ ihren gesamten Körper erzittern. Eingeschüchtert von Azriels manischer Aura wollte sie sich augenblicklich umdrehen und fliehen. „Es tut mir leid ... ich wollte dich nicht belästigen.“

„Ach ja?“

Anstatt sie freizugeben, krallten sich Azriels Finger nur noch fester in ihre volle Taille. Mit einem einzigen, kraftvollen Ruck zog er ihren kurvigen Körper tiefer in das dämmrige Atelier und stieß die Glastür mit dem nackten Fuß zu, sodass sie mit einem dumpfen Hall ins Schloss fiel.

Isoldes Blick fiel auf die riesige Leinwand in der Mitte des Raumes, und sie erstarrte. „Warum ... warum hast du mich so gemalt?“, flüsterte sie. Mit einem Geflecht aus widerstreitenden Gefühlen betrachtete sie ihr Abbild. Auf der Leinwand waren ihre Rundungen mit einer Detailtreue festgehalten, die eine Sinnlichkeit ausstrahlte, die sie selbst immer versucht hatte zu verbergen.

„Weil deine Proportionen außergewöhnlich sind“, antwortete Azriel gelassen. Seine Augen folgten der Linie ihres Halses, glitten hinab zu ihrer Schulter, die durch das verrutschte Satinkleid entblößt war, und verharrten schließlich auf der Silhouette ihrer breiten, üppigen Hüften. „Die Menschen hier oben hungern sich herunter, bis sie aussehen wie leblose Schaufensterpuppen. Langweilig. Völlig leidenschaftslos.“

Isolde senkte den Kopf. Ihr Gesicht rötete sich augenblicklich vor Scham und Empörung über diese nackte, objektive Beurteilung. „Du kannst es ruhig laut aussprechen, wenn du meinen Körper hässlich und abstoßend findest. Ich bin es von Gavin gewohnt.“

„Hässlich?“ Azriel zog die Stirn kraus, sichtlich befremdet über ihre defensive Reaktion. Er tat noch einen Schritt nach vorn, bis ihre Körper sich fast berührten. Der schwere Geruch von Ölfarbe vermischte sich mit der maskulinen Minznote, die von ihm ausging, und umhüllte sie vollkommen. „Welcher Idiot hat dir diesen Floh ins Ohr gesetzt?“

„Jeder macht sich über meine Figur lustig“, flüsterte sie, während ihre Stimme vor mühsam unterdrücktem Schmerz und aufkeimender Bitterkeit zitterte.

Azriel schwieg einen Moment. Er hob seine farbverschmierte Hand und ließ sie wenige Zentimeter vor ihrer Wange in der Luft verharren, als würde er die Konturen seines wertvollsten Kunstwerks nachmessen, ohne sie tatsächlich zu berühren.

„Sie sind alle nur Narren, die keine Ahnung von Ästhetik haben. Deine Linien ... diese weichen, vollen Rundungen besitzen Tiefe, Wärme und echtes Gewicht. In meinen Augen ist dein Körper von einer vollkommenen, sinnlichen Schönheit. Voller Leben und Emotion.“

Die Worte kamen so sachlich und ehrlich über seine Lippen, ganz ohne den Beigeschmack billiger Schmeichelei. Doch genau das jagte Isolde einen kalten Schauer über den Rücken. Zum ersten Mal blickte ein Mann mit einer so intensiven, ehrlichen Bewunderung auf ihre Rundungen – und diese unheimliche Faszination wirkte weitaus bedrohlicher als jede Beleidigung ihres Ex-Verlobten.

„Ich ... ich muss aufs Zimmer“, stammelte Isolde nervös. Mit aller Kraft, die ihr noch blieb, wandte sie sich ab und floh fast schon aus dem Atelier, ohne noch einen Gedanken an ihren knurrenden Magen zu verschwenden.

Azriel blieb schweigend zurück. Sein hungriger Blick folgte der Bewegung ihrer vollen Hüften, während sie hastig davonlief. Schließlich griff er wieder nach seinem Pinsel und sah mit einem dünnen, besessenen Lächeln auf die Leinwand zurück.

Isoldes erster Morgen in der Blackthorne-Mansion begann alles andere als angenehm. Mit zerzaustem Haar saß sie aufrecht im Bett des riesigen Schlafgemachs. Alles an diesem luxuriösen Zimmer wirkte fremd auf sie. Plötzlich schossen ihr die Bilder der gestrigen Verlobungsfeier wieder in den Kopf und schnürten ihr die Brust ein.

Ihr Körper begann zu zittern. Die gehässigen Worte von Gavins Geliebter hallten unbarmherzig in ihren Ohren wider.

*„So eine fette Gans sollte erst mal in den Spiegel schauen, bevor sie darauf hofft, geliebt zu werden.“*

„Ihr verdammten Bastarde!“, fluchte sie leise unter Tränen und presste das seidene Kissen fest an sich.

Sie vergrub das Gesicht in den Händen. Ihr Atem ging flach, und die Demütigung, die kurz verflogen war, überrollte sie erneut mit voller Wucht. Sie hasste ihren Körper. Sie hasste ihre kräftigen Arme, sie hasste ihre Oberschenkel, die beim Gehen aneinanderrieben, und sie hasste die Blicke der Leute, die sie musterten, als wäre ihre bloße Existenz eine Sünde.

Mit einem tiefen Seufzer erhob sich Isolde schließlich. Barfuß trat sie vor den großen Spiegel neben dem Kleiderschrank. Die Dienstmädchen hatten dort bereits frische Kleidung für sie bereitgelegt. Sie entschied sich für ein eng anliegendes schwarzes Sportshirt und eine passende, eng sitzende Leggings.

Als sie hineinschlüpfte, zeigte der Spiegel gnadenlos jede ihrer Kurven. Die Leggings spannte sich eng über ihre prallen Oberschenkel und ihr volles Gesäß, während das schwarze Shirt ihre üppige Oberweite betonte. Sie presste die Kiefer aufeinander. „Es reicht“, flüsterte sie sich selbst zu. Sie würde sich nie wieder so demütigen lassen. Sie musste abnehmen.

Der Fitnessbereich der Blackthorne-Mansion war gigantisch – weitaus größer und luxuriöser als jedes Premium-Studio, das Isolde je gesehen hatte. Die deckenhohen Glaswände gaben den Blick auf den weitläufigen, gepflegten Garten frei.

Isolde stand unschlüssig neben dem Laufband und zog nervös den Saum ihres schwarzen Shirts nach unten. Die enge Sportkleidung betonte ihre weiblichen Rundungen viel zu sehr, als dass sie sich darin wohlfühlen konnte. Mit zittrigen Fingern startete sie das Gerät. Das Band setzte sich langsam in Bewegung. Ein Schritt, zwei Schritte, dann erhöhte sie das Tempo zu einem leichten Dauerlauf.

Schon nach knapp fünf Minuten ging ihr der Atem aus. Ihre Wangen brannten heiß, und ihr schwerer, weicher Körper fühlte sich an wie Blei, während sie sich zwang, weiterzulaufen. Der Schweiß rann ihr von den Schläfen, lief den weißen Hals hinunter und tränkte den Stoff ihres Shirts auf der Brust, sodass es sich wie eine zweite Haut an sie schmiegte.

„Ich darf nicht aufgeben ...“, keuchte sie und ignorierte den stechenden Schmerz in ihrem Knie, das vom gestrigen Sturz noch immer blau angelaufen war.

In diesem Moment ertönte hinter ihr ein langsames, rhythmisches Klatschen.

„Na sieh mal an ... Das ist doch mal ein äußerst überraschender und ... anregender Anblick am frühen Morgen.“

Isolde erstarrte, als sie die raue, nur allzu vertraute Stimme hörte. Sie drehte sich hastig um und erblickte Evander Blackthorne, der lässig im Türrahmen lehnte. Er trug eine kurze schwarze Sporthose und ein Tanktop, die seine athletischen Oberschenkel und definierten Oberarme zur Schau stellten. Seine dunklen Haare waren noch leicht feucht, als käme er gerade frisch aus der Dusche.

Ein anzügliches, triumphierendes Lächeln umspielte seine Lippen, während er sie auf dem Laufband musterte.

Mit den geschmeidigen Schritten eines Panthers, der seine Beute umkreist, trat Evander näher. In der Hand hielt er eine eiskalte Wasserflasche. Sein Blick glitt völlig ungeniert an ihr herab und fixierte unverwandt, wie ihre schwere Oberweite im Rhythmus des Laufbandes auf und ab wippte und wie eng sich die Sporthose um ihr volles Becken spannte.

Sein gieriger Blick machte Isolde so nervös, dass sie beinahe stolperte. „Warum ... warum starren Sie mich so an, Mr. Evander?“, keuchte sie ungehalten und drückte hektisch auf die Tasten, um das Laufband zu verlangsamen.

Evander lachte leise – ein tiefes, unverschämt raues Geräusch. „Weil du einfach unglaublich süß bist, kleines Mädchen.“

„Wie bitte?“

Isolde stoppte das Gerät und wollte gerade heruntersteigen, doch Evander trat blitzschnell vor sie und versperrte ihr den Weg, bis kaum noch Luft zwischen ihnen war. Er stützte die Hände links und rechts auf die Griffe des Laufbandes und kesselte sie so direkt vor seiner breiten Brust ein.

„Du bist völlig rot im Gesicht“, raunte er, beugte sich hinab und sah ihr tief in die Augen. Durch die extreme Nähe spürte Isolde die maskuline Hitze, die von seinem Körper ausging.

Evander hob die Hand und strich ihr mit dem warmen Daumen sanft den Schweiß von der Schläfe, bevor seine Finger langsam zu ihrer Kinnlade hinabglitten. Seine Berührung war so intensiv und sinnlich, dass ein heftiger Schauer durch ihren Körper raste.

Evanders dunkle Augen verengten sich, als sein Blick auf ihre heftig bebende Brust fiel, die sich in seinen Augen zu einem unverschämt erotischen Schauspiel bot.

„Und du bist ja völlig außer Atem ... du gibst so süße, keuchende Laute von dir“, flüsterte Evander ganz nah an ihren Lippen, während sein anzügliches Lächeln breiter wurde. „Wenn ich dich so atmen höre ... bringt mich das auf ganz andere Gedanken. Du klingst haargenau wie eine Frau, die sich unter mir auf dem Bett windet, Isolde.“

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