登入Amora führte Roy langsam zurück zu seinem Krankenbett. Ihre Schritte waren ruhig, doch in ihren Augen lag etwas, das sich nur schwer deuten ließ. Sobald der Mann sich hingelegt hatte, zog sie schweigend die Decke über ihn und strich sie glatt.„Roy, ich habe noch etwas anderes zu erledigen. Ich hoffe, dass du bald wieder gesund wirst“, sagte sie mit ruhiger, höflicher Stimme.Roy sah sie lange an, während sich ein sanftes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete. „Ja, schon gut. Danke, dass du mich besucht hast, El.“Amora erwiderte seinen Blick. Diesmal verwandelte sich ihr Lächeln in ein schmales, leicht herausforderndes Grinsen.„Gern geschehen. Und wenn du wieder gesund bist, werde ich dein Versprechen einfordern.“ Ihre Stimme war leise, aber scharf. „Du kannst den Beweis nicht ewig vor mir verstecken, Roy.“Sofort versteifte sich Roys Gesicht. Doch kurz darauf lächelte er wieder und gab sich gelassen.„Ja, natürlich erinnere ich mich daran, El.“Amora hob ihre Tasche auf und ging z
Roy machte ein paar alberne Witze, bis Amora, die die ganze Zeit niedergeschlagen gewirkt hatte, sich ein leises Lachen nicht mehr verkneifen konnte. Auch wenn der Mann oft unerträglich war, hatte er es zumindest heute Morgen geschafft, Amora wieder zum Lächeln zu bringen.„Weißt du, Elisha“, sagte Roy plötzlich und blickte dem Mädchen, das sich noch immer das Lachen verkniff, fest in die Augen, „du bist das erste aufrichtige Mädchen, dem ich in meinem ganzen Leben begegnet bin.“Amora drehte sich zu ihm um und hob eine Augenbraue. „Ach ja? Welchen Witz willst du diesmal erzählen, Roy?“„Keinen“, erwiderte Roy sofort. Seine Stimme klang diesmal tiefer. „Das ist kein Witz, El. In meinem ganzen Leben habe ich nie die Zuneigung einer Frau erfahren.“Roys Blick wurde auf einmal traurig. Das Gesicht, das eben noch so nervtötend gewirkt hatte, war nun von Melancholie und unausgesprochenem Schmerz erfüllt.„Deine Mutter?“, fragte Amora leise, ihre Stimme wurde sanft.Roy senkte den Blick auf
Während des gesamten Weges zum Krankenhaus war Amoras Miene finster. Mit schnellen Schritten eilte sie voran, ihre Absätze klackten über den kalten, glänzenden Krankenhausboden. Kaum hatte sie den Empfang erreicht, richtete sie ihren festen Blick auf die Angestellte.„Ich suche einen Patienten namens Roy Danuwarta“, sagte sie mit ruhiger, aber klarer Stimme.Die Mitarbeiterin überprüfte die Patientenliste und antwortete: „Zimmer 314, Ostflügel.“Amora nickte knapp. „Danke.“Ohne weitere Worte ging sie den langen Flur entlang, der vom stechenden Geruch nach Desinfektionsmittel erfüllt war. Jeder ihrer Schritte war von unterdrückter Wut und wachsendem Unmut begleitet. Nach einigen Abbiegungen blieb sie schließlich vor einer Glastür stehen, auf der deutlich die Nummer 314 zu lesen war.Sie klopfte leise an.„Herein“, erklang eine heisere Stimme aus dem Zimmer.Amora öffnete die Tür, und Roys Blick fiel sofort auf sie. Trotz seines noch immer blassen Gesichts legte sich ein schwaches Läch
Bei dieser Person handelte es sich um Lucy, Viktors Frau.Roy sah die Frau vor sich fragend an. Sein Herz klopfte schnell – nicht vor Nervosität, sondern wegen einer plötzlichen bösen Vorahnung, die ihn überkam.Beschattet diese Frau etwa ihren Ehemann?, dachte Roy, hielt kurz den Atem an und öffnete dann den Mund.„Was wollen Sie hier?“, fragte er tonlos. Seine Stimme klang tief, aber wachsam.Lucy lächelte vage, als wüsste sie ganz genau, wie sie den Mann vor sich aus der Fassung bringen konnte. „Darf ich reinkommen?“, fragte sie gelassen.Roy antwortete nicht, sondern trat nur ein Stück zur Seite, um ihr den Weg freizumachen. „Ja, bitte.“Ohne jede Scheu trat Lucy ein. Der Duft ihres Parfüms erfüllte den engen Raum des Apartments. Ihr Blick fiel kurz auf einen kleinen Tisch neben dem Sofa, auf dem einige Medikamentenflaschen verstreut lagen.„Hat mein Mann dich erwischt, Roy?“, fragte sie, wobei ihre Stimme wie eine subtile Stichelei klang.Roy sah sie scharf an. „Ja, ein bisschen.
Das Hämmern an der Tür wurde immer lauter und hallte durch die Räume des luxuriösen Apartments.„Mach die Tür auf, Elisha! Oder ich breche sie auf!“, schrie Vicktor mit scharfer, zornerfüllter Stimme.Amora erstarrte wie angewurzelt. Ihr stockte der Atem, während ihr Körper heftig zitterte. Sie sah Roy an, der vollkommen ruhig vor ihr stand – viel zu ruhig für eine derart angespannte Situation.„Wie kann er wissen, dass ich hier bin?“, flüsterte Amora, während ihr Blick voller Angst und Unglauben zur Tür schnellte.Roy richtete sich auf, trank den letzten Schluck Wein aus seinem Kristallglas und lächelte schief. „Es scheint, als liebt dich da jemand so sehr, dass er den Verstand verloren hat.“„Roy, provoziere ihn nicht“, flüsterte Amora hastig mit zitternder Stimme. „Ich will nicht, dass die Sache noch komplizierter wird.“Doch Roy ging stattdessen gelassen auf die Tür zu. Sein Blick war stechend, voller Neugier.„Ganz ruhig“, sagte er leise, aber scharf. „Ich will nur sehen... wie w
Der Himmel begann sich in den Farben des Abends zu verlieren, während die Dämmerung langsam hinter den hohen Gebäuden der Stadt versank. Vicktor saß auf dem Balkon seines Hotelzimmers im zwölften Stock und starrte regungslos zum Horizont. Vor ihm stand eine Tasse schwarzen Kaffees, die bereits seit zehn Minuten kalt geworden war. Eine sanfte Brise trug den Geruch von Staub und Einsamkeit mit sich.Den ganzen Tag hatte er sich in diesem Hotelzimmer versteckt. Sein Handy war seit dem Morgen ausgeschaltet, und den Laptop hatte er nur geöffnet, um sich mit Arbeit von seinen Gedanken abzulenken. Er wusste, dass Lucy zu Hause tobte und sich fragte, wohin ihr Ehemann ohne ein Wort verschwunden war. Doch Vicktor war zu erschöpft, um irgendetwas zu erklären. Zu müde von den endlosen Streitereien.Er stieß einen tiefen Seufzer aus und nahm einen Schluck von dem inzwischen kalten Kaffee.„Vielleicht muss ich wirklich Abstand gewinnen … von allem“, murmelte er leise.Elisha schlich sich wieder in







